SpOn 25.01.2026
13:03 Uhr

Australian Open: Alexander Zverev rauscht ins Viertelfinale und ist damit besser als Boris Becker


Mit einem klaren Dreisatzsieg hat Alexander Zverev das Achtelfinale der Australian Open überstanden. Jetzt wartet ein unangenehmer Gegner auf ihn – und eine Hitzeschlacht.

Australian Open: Alexander Zverev rauscht ins Viertelfinale und ist damit besser als Boris Becker

Nach seinem souveränen Einzug ins Viertelfinale der Australian Open freute sich Alexander Zverev über seine aktuelle Form, auf eine Kampfansage an die Konkurrenz verzichtete der Vorjahresfinalist aber. »Ich werde meinen Mund geschlossen halten«, sagte Zverev nach seinem starken 6:2, 6:4, 6:4 im Achtelfinale gegen den Argentinier Francisco Cerundolo. »Um bei einem Grand Slam im Viertelfinale zu stehen, muss man gutes Tennis spielen, aber ich will es nicht kaputtmachen«, vermied Zverev klare Worte.

Dabei hätte er nach der beeindruckenden Leistung gegen Cerundolo durchaus Grund für forschere Töne gehabt. Erstmals im diesjährigen Turnierverlauf blieb der Weltranglistendritte ohne Satzverlust und steht beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennissaison damit zum fünften Mal in der Runde der besten Acht.

Das hatte in seiner Karriere nicht einmal Deutschlands Tennislegende Boris Becker geschafft, der am Yarra River viermal im Viertelfinale stand – 1991 und 1996 aber den Titel gewann.

Zverev von Beginn an souverän

Davon ist Zverev noch ein ganzes Stück entfernt, die Form stimmt aber beim gebürtigen Hamburger. Was Zverev vor allem auf eines zurückführt: Gesundheit. »Letztes Jahr hatte ich nicht die Möglichkeit, richtig zu trainieren, weil ich einfach nicht gesund war. Wenn man gesund ist, macht Tennis spielen einfach auch mehr Spaß«, sagte Zverev.

Chancenlos im Achtelfinale: Francisco Cerundolo

Chancenlos im Achtelfinale: Francisco Cerundolo

Foto: James Ross / EPA

Wie viel Spaß der Weltranglistendritte aktuell auf dem Tennisplatz hat, zeigte seine Spielfreude beim Matchball. Erst lockte er Cerundolo mit einem Stopp ans Netz, dann spielte Zverev einen Lob über den Argentinier. »Ich bin zufrieden mit meiner Leistung«, kommentierte Zverev sachlich.

Keine Angst vor Hitze

Nachdem er sich in den Runden zuvor stets eine Schwächephase geleistet und jeweils einen Satz abgegeben hatte, machte er das Weiterkommen dieses Mal in drei Sätzen klar. Nun geht es gegen den amerikanischen Senkrechtstarter Learner Tien, der Zverevs Angstgegner Daniil Medwedew aus Russland überraschend klar 6:4, 6:0, 6:3 besiegte. »Learner ist ein großartiger Spieler, ich habe großen Respekt vor ihm«, sagte Zverev über seinen Viertelfinalgegner.

Dass es am Dienstag in Melbourne wieder sehr, sehr heiß mit Temperaturen von weit mehr als 40 Grad werden soll, besorgt Zverev dagegen nicht. »Ich beschäftige mich da nicht sonderlich mit, weil ich mit Hitze eigentlich nie so richtig Probleme hatte«, sagte Zverev. Zumal er davon ausgeht, zumindest große Teile des Matches unter dem geschlossenen Dach der Rod Laver Arena zu spielen.

Carlos Alcaraz gewann mühelos gegen Tommy Paul

Carlos Alcaraz gewann mühelos gegen Tommy Paul

Foto: James Ross / EPA

Die heißesten Bedingungen, unter denen er je gespielt habe, seien die bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio gewesen. »Das war geisteskrank. Da waren es 40 Grad und 120 Prozent Luftfeuchtigkeit.« Dennoch ein gutes Omen, denn Zverev gewann in der japanischen Hauptstadt Gold.

Djokovic kampflos weiter, Alcaraz ohne Satzverlust

Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic steht bei den Australian Open kampflos im Viertelfinale. Der 38 Jahre alte serbische Tennisstar muss am Montag in Melbourne nicht zu seinem Achtelfinale antreten, da sich sein Kontrahent Jakub Mensik aus dem Turnier zurückzog. Eine Bauchmuskelverletzung habe sich in den vergangenen Matches verschlimmert, erklärte der Tscheche Mensik laut einem X-Post der Australian Open.

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Djokovic kann damit Kräfte sparen. Der Serbe trifft nun im Viertelfinale auf den Sieger des Duells zwischen dem Italiener Lorenzo Musetti und dem US-Profi Taylor Fritz. Im Halbfinale wäre Djokovic ein möglicher Gegner von Italiens Tennisstar Jannik Sinner.

Der Weltranglistenerste Carlos Alcaraz ist bei den Australian Open ebenfalls souverän ins Viertelfinale eingezogen. Der 22 Jahre alte Spanier setzte sich im Achtelfinale gegen den Amerikaner Tommy Paul 7:6 (8:6), 6:4, 7:5 durch und ist damit in Melbourne in diesem Jahr weiter ohne Satzverlust. Alcaraz, der beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennissaison bislang noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen ist, benötigte 2:44 Stunden für seinen Erfolg.

aha/dpa