Der Amateur-Fußballklub SG Egels-Popens 1966 aus Aurich nahe der Nordsee vertraute seinen Rasenplatz jahrelang einem Mähroboter an, der gute Dienste verrichtete. Doch am Wochenende sorgte »Robby« dafür, dass der Klub seine Heimspiele alle absagen musste, wie der NDR berichtete . Hier spricht der 2. Vorsitzende Alexander Fink über die unheilvolle Fahrt.
SPIEGEL: Ihr Mähroboter »Robby« hat Ihren Hauptfußballplatz verwüstet. Was ist passiert?
Alexander Fink: Genau können wir das gar nicht sagen, weil wir nicht vor Ort waren, als er abends losfuhr. Dafür hat man ja einen Mähroboter: um Zeit zu sparen. Es ist unklar, ob es schon geregnet hat, als er loslegte, oder ob es erst danach angefangen hat. Auf jeden Fall waren irgendwann die Sensoren so verdreckt, dass er immer nur im Kreis gefahren ist.
SPIEGEL: »Robby« hat nicht mehr nach Hause gefunden?
Fink: Genau, er hat nur noch den nassen Boden durchgewälzt und einen kaputten Platz hinterlassen. Irgendwann ist er dann ganz stehen geblieben.
SPIEGEL: Wann fiel der Schaden auf?
Fink: Am Sonntagmorgen. Da sind wir auf den Platz gekommen und haben gesehen, dass »Robby« dort herumstand. Als wir näherkamen, sahen wir das Unheil.
SPIEGEL: Wie groß ist der Schaden?
Fink: Wie viele Quadratmeter kaputtgegangen sind, haben wir nicht ausgerechnet, aber es sind einige. Wie viel das jetzt kosten wird, den Platz wieder zu reparieren, können wir noch gar nicht sagen. Wir müssen jetzt erst mal Angebote einholen. Der Platz ist öffentlich, die Stadt muss also auch mitentscheiden. Mit denen sind wir in einem sehr guten Austausch. Wer mag, kann uns übrigens über unseren Förderverein unterstützen. Gerade haben wir aber noch das Problem, dass Schnee gefallen ist und wir den Schaden nicht dokumentieren können.
SPIEGEL: Der Platz ist komplett unbespielbar?
Fink: Genau, da geht nichts mehr. Wir werden ihn jetzt vor dem Frost auch nicht mehr hinbekommen. Etwa sieben Spiele müssen wir jetzt wohl absagen, im Jugendbereich und im Herrenbereich. Für einige Spiele müssen wir wohl einen Kunstrasenplatz mieten, das ist auch mit Kosten verbunden.
SPIEGEL: Sind Sie gegen solche Schäden versichert?
Fink: Eine gute Frage, ich denke nicht. So was kann man gar nicht versichern, das ist ja höhere Gewalt. Der technische Defekt kommt dadurch, dass die Sensoren verdreckt sind. Das war also nicht »Robbys« Schuld oder die des Platzwarts. Wir haben den Roboter eigentlich immer so lange laufen lassen, wie der Spielbetrieb im Gange war. Und mit Regen ist er bisher auch immer zurechtgekommen.
SPIEGEL: Wie lange ist »Robby« schon im Einsatz?
Fink: Bestimmt schon sieben Jahre. Er wird auch ständig gewartet und wir passen gut auf ihn auf. Nach dem Vorfall wurde er jetzt erst mal abgeholt und kontrolliert. Nach ersten Beurteilungen der Wartungsfirma ist er nicht gravierend beschädigt.
SPIEGEL: Zeigen Sie »Robby« jetzt die Rote Karte?
Fink: Auf gar keinen Fall. Vielleicht wird er irgendwann in Zukunft mal ausgetauscht, es gibt in dem Bereich mittlerweile einige Updates. Vielleicht holen wir uns auch einen zweiten, um »Robby« zu entlasten. Aber das steht noch in den Sternen. Jetzt ist »Robby« im Winterschlaf.
