Der Auftritt von General Dan Caine nach der Gefangennahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro gab Hinweise, wie intensiv der US-Überfall auf Caracas geplant gewesen war. Streitkräfte und Geheimdienste hätten sich über Monate darauf vorbereitet und trainiert . Zunächst sei es darum gegangen, »Maduro ausfindig zu machen und zu verstehen, wie er sich bewegt, wo er sich aufhält, was er isst und welche Haustiere er hat«, so Caine.
Der US-Militär strich auch mehrmals die hohe »Präzision« der Aktion heraus. Tatsächlich lief die Entführung Maduros im Eiltempo ab, und offenbar ohne größere Komplikationen. Zum Vergleich: Als die USA 1989/1990 in Panama eingriffen und den damaligen Präsidenten Manuel Noriega gefangen nahmen, dauerten die Gefechte Tage und kosteten auch US-Soldaten das Leben. Die US-Truppen griffen damals an 27 verschiedenen Orten gleichzeitig an. Beim Einsatz in Caracas wurden laut US-Regierung hingegen auf US-Seite nur einige Soldaten verletzt.
Zerstörte Militäreinrichtungen und zerbombte Wohnungen
Erste Satellitenbilder vermitteln nun aber auch einen Eindruck von den Zerstörungen in Caracas. Insbesondere auf der Militärbasis Fuerte Tiuna wurden zahlreiche Gebäude praktisch vollständig zerstört. Die Aufnahmen des Dienstleisters Vantor wurden von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet.
Anlage auf dem Militärstützpunkt Fuerte Tiuna vor...
Foto: VANTOR / REUTERS
... und nach dem Angriff.
Foto: VANTOR / REUTERSZu sehen sind mehrere Lagerkomplexe, die praktisch ausradiert wurden.
Eine weitere Anlage auf der ausladenden Militärbasis vor dem US-Schlag (Aufnahme vom 22. Dezember)...
Foto: VANTOR / REUTERS
... und am 3. Januar 2026.
Foto: VANTOR / REUTERSEbenfalls schwer beschädigt wurde diese Tor- und Sicherheitsanlage auf dem Fuerte-Tiuna-Stützpunkt.
Sicherheitsposten in Caracas, Aufnahmen vom 22. Dezember 2025 und dem 3. Januar 2026
Foto: AFPVerlässliche Angaben über Todesoper auf Seiten Venezuelas gibt es bislang nicht. Das Regime in Caracas nannte eher allgemein eine Zahl von mindestens 40 getöteten Soldaten und Zivilisten. Diese Zahl teilte ein namentlich nicht genannter Regierungsbeamter der »New York Times« mit (hier geht es zu dem Bericht ).
Einwohner vor zerstörtem Wohnblock in Catia La Mar nahe des Flughafens Caracas
Foto: Gaby Oraa / REUTERSReporter der Zeitung besuchten zudem ein ziviles Wohngebiet in Catia La Mar, westlich des Flughafens von Caracas. Laut Augenzeugenberichten wurde dort ein dreistöckiges Wohngebäude getroffen. Die 80-jährige Rosa Gonzalez wurde bei den Angriffen nach Angaben ihrer Familie getötet, mindestens eine weitere Person schwer verletzt.
Aufnahmen der Nachrichtenagenturen AP und Reuters zeigen den zerstörten Wohnblock ebenfalls sowie verwüstete Privatwohnungen.
