SpOn 04.02.2026
14:36 Uhr

Atomwaffenvertrag: Papst Leo XVI. fordert Fortsetzung zwischen den USA und Russland


Der Abrüstungsvertrag für Atomwaffen zwischen den USA und Russland läuft in dieser Woche aus. Noch gibt es keine weitere Vereinbarung. Nun appelliert Papst Leo XVI. an die beiden Staaten.

Atomwaffenvertrag: Papst Leo XVI. fordert Fortsetzung zwischen den USA und Russland

Kurz vor Ende des Atomwaffenvertrags New Start zwischen den USA und Russland hat Papst Leo XIV. sich für eine Fortsetzung ausgesprochen. Das Abkommen, das die Begrenzung der nuklearen Aufrüstung beider Staaten vorsieht, läuft voraussichtlich am Donnerstag aus – ohne weitere Vereinbarung.

Bei seiner wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan verlangte das Oberhaupt der katholischen Kirche, sich um eine Verlängerung zu bemühen.

»Ich bekräftige meine Unterstützung für alle konstruktiven Bemühungen um Abrüstung und gegenseitiges Vertrauen und fordere eindringlich dazu auf, dieses Instrument nicht fallen zu lassen, ohne zu versuchen, ihm eine konkrete und wirksame Fortsetzung zu gewährleisten«, sagte Leo.

Papst: Rüstungswettlauf verhindern

Der Atomwaffenvertrag New Start war 2011 in Kraft getreten. Darin hatten sich Russland und die USA dazu verpflichtet, ihre strategischen Nuklearsprengköpfe auf je 1550 Stück zu reduzieren. Auch die Zahl der Interkontinentalraketen und ihrer Träger wird begrenzt. Dazu waren gegenseitige Kontrollen vorgesehen.

2023 setzte Russlands Präsident Wladimir Putin die Teilnahme an New Start aus, bot aber vergangenen September eine erneute Verlängerung des Abkommens um ein Jahr an. Noch im Januar hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, ein besseres Abkommen abzuschließen.

In seiner Ansprache stellte der Papst die Zukunft des Abkommens in den größeren Kontext der militärischen Aufrüstung. Leo forderte, dass alles getan werden müsse, um einen neuen Rüstungswettlauf zu verhindern, der den Frieden zwischen den Nationen weiter gefährde.

»Es ist äußerst dringend, die Logik der Angst und des Misstrauens durch eine gemeinsame Ethik zu ersetzen, die in der Lage ist, Entscheidungen zum Wohl der Allgemeinheit zu lenken und den Frieden zu einem von allen geschützten Gut zu machen«, sagte Leo XIV.

DER SPIEGEL

Auch in den USA, dem Heimatland des Papstes, ruft die Kirche zu einem neuen Abkommen auf. Die Gefahren, die von aktuellen Konflikten weltweit ausgingen, machten das Auslaufen des letzten internationalen Abkommens zur Begrenzung strategischer Atomwaffen »schlicht inakzeptabel«, sagte der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley.

US-Bischöfe rufen zu Verhandlungen auf

In ihrer Stellungnahme appellierten die Bischöfe an die politischen Entscheidungsträger, Verhandlungen aufzunehmen, um die Beschränkungen für ihre Atomwaffenarsenale aufrechtzuerhalten und Wege zur Abrüstung zu eröffnen. Coakley erklärte, internationale politische Meinungsverschiedenheiten dürften nicht als Vorwand für diplomatische Blockaden dienen.

»Ich rufe alle Gläubigen und alle Männer und Frauen guten Willens dazu auf, inständig dafür zu beten, dass wir als internationale Gemeinschaft den Mut aufbringen, einen authentischen, transformativen und dauerhaften Frieden anzustreben«, schrieb Coakley.

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Schätzungen gehen davon aus, dass Russland derzeit etwa 5460 nukleare Sprengköpfe besitzt, die USA 5180. Inzwischen ist auch China mit schätzungsweise mehr als 600 einsatzfähigen Sprengköpfen hinzugekommen.

Die katholische Kirche ist entschieden gegen den Einsatz von Nuklearwaffen und damit verbundene Drohungen. Leos Vorgänger, Papst Franziskus, nannte die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen eine »moralische und humanitäre Pflicht«.

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tin/KNA