SpOn 06.03.2026
06:44 Uhr

Atomwaffen: Finnland will striktes Verbot auf eigenem Staatsgebiet lockern


Die Regierung in Helsinki plant die Aufhebung des momentan vollständigen Atomwaffenverbots in Finnland. So könne etwa der Transport von Nuklearwaffen anderer Nato-Staaten durch das Land erlaubt werden.

Atomwaffen: Finnland will striktes Verbot auf eigenem Staatsgebiet lockern

Noch sind Atomwaffen auf dem finnischen Staatsgebiet verboten. Dieses strikte Verbot möchte die Regierung nun lockern und dazu in der kommenden Woche einen Gesetzentwurf vorlegen. »Ein solches totales Verbot ist ziemlich ungewöhnlich unter den Mitgliedsstaaten der Nato«, erklärte Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen.

Finnischer Verteidigungsminister Antti Häkkänen

Finnischer Verteidigungsminister Antti Häkkänen

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Anna Ross / dpa

Dieser Schritt sei nötig, um mit der Abschreckungspolitik der Nato in Einklang zu kommen. Die meisten Nato-Mitgliedstaaten hätten – anders als Finnland – in ihrer Gesetzgebung »keine Einschränkungen hinsichtlich der vollständigen Umsetzung der Verteidigungs- und Abschreckungspolitik der Nato«.

Die Sicherheitslage Finnlands und Europas habe sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 »grundlegend und erheblich verändert und verschlechtert«, betonte Häkkänen. Finnland hatte im April 2023 vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland seine jahrzehntelange politische Neutralität aufgegeben und war der Nato beigetreten.

Gesetz greift nur im Fall »der militärischen Verteidigung Finnlands«

Die Gesetzesänderung der Regierung werde es ermöglichen, künftig »Atomwaffen nach Finnland zu bringen oder in Finnland zu transportieren, zu liefern oder zu besitzen, wenn dies mit der militärischen Verteidigung Finnlands in Verbindung steht«, sagte Häkkänen. In allen anderen Fällen bleibe »die Einfuhr, der Transport, die Lieferung und der Besitz von nuklearem Sprengstoff weiterhin verboten«, sagte der Minister.

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Für diesen Kurswechsel Finnlands ist eine Änderung seines Atomgesetzes und seines Strafgesetzbuches nötig. Die rechtsgerichtete Koalition, die über die Mehrheit im Parlament verfügt, will ihren Gesetzentwurf bis zum 2. April vorlegen. Sie hofft, dass er dann so schnell wie möglich verabschiedet wird.

jmm/AFP