Gale Hethcoat, Rentnerin
»Dieser Mann da oben im Weißen Haus muss weg. Er bringt uns um.«
Harte Worte – und das zu Thanksgiving: Wie viele Amerikanerinnen und Amerikaner kämpft auch die 67-jährige Gale Hethcoat mit hohen Lebenshaltungskosten. Die Nachrichtenagentur Reuters hat sie in Chicago besucht.
Gale Hethcoat, Rentnerin
»Wir können uns glücklich schätzen, wenn wir mit 100 Dollar vielleicht eine, anderthalb Wochen auskommen. Die Preise für Fleisch sind gestiegen, sogar für Hähnchen und Truthahn. Wer hätte das gedacht?«
Hethcoat fährt Lebensmittel aus, um sich neben ihrer Rente noch etwas dazuzuverdienen. In einer Ausgabestelle für Lebensmittel trifft sie auch auf andere Bedürftige.
Gale Hethcoat, Rentnerin
»Das macht mich fertig. Wie viele andere Menschen sind da draußen, die auf diese Lebensmittel angewiesen sind? Ich habe hier eine Frau mit einem Neugeborenen gesehen.«
Die Vereinigten Staaten stehen vor einer Armutskrise, sagen Hilfsorganisationen. Anfang des Jahres hatte die US-Regierung die Mittel eines Programms zur Lebensmittelhilfe um 500 Millionen Dollar gekürzt, trotz steigender Nachfrage.
Marie Jochum, Erzbistum Chicago
»Es kommen immer mehr Menschen zu unserer Tafel, und was noch interessanter ist: Wir haben immer mehr Erstempfänger. Derzeit verzeichnen wir einen Anstieg von 20 % bei den Menschen, die zum ersten Mal zu uns kommen.«
Und der US-Präsident? Ins Amt gewählt wurde er auch deshalb, weil die Menschen in den USA seinen Vorgänger Joe Biden für Inflation und steigende Lebenshaltungskosten verantwortlich machten. Jetzt hat er offenbar einen anderen Blick auf die Dinge – und versucht, mit seiner Zollpolitik zu beschwichtigen.
Donald Trump, US-Präsident
»Wir haben praktisch keine Inflation, und dennoch haben wir Hunderte Milliarden Dollar eingenommen. Wir haben Zölle eingesetzt, um Kriege zu beenden. Wenn ich Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen jeweils 2000 Dollar zahle, bekommen das alle außer den Reichen. Das ist wahr. Das ist echtes Geld.«
Bei denen, die es brauchen, ist dieses Geld offenbar noch nicht angekommen. Die Zustimmungswerte für Trump sind inzwischen auf 41 Prozent gesunken.