Javier Milei möchte die Wirtschaft in Argentinien umbauen. Seine Regierung hat es dabei auch auf Reformen am Arbeitsmarkt abgesehen. Nun bekommt er Gegenwind von Hafenarbeitern. Die sind am Mittwochmorgen in einen Streik getreten – 48 Stunden lang soll dieser laut der Gewerkschaft Fesimaf andauern.
Betroffen ist Branchenvertretern zufolge vor allem der Hafen von Rosario, einer der weltweit wichtigsten Umschlagplätze für landwirtschaftliche Produkte. Guillermo Wade von der Hafen- und Schifffahrtskammer sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Betrieb sei bereits beeinträchtigt. Schiffe könnten zwar noch beladen werden, drohten aber festzusitzen.
Der Ausstand ist der jüngste Schritt im Streit über den Umbau der argentinischen Wirtschaft.
Milei will 12-Stunden-Tag
Auch der mächtige Gewerkschaftsdachverband CGT hat zum Arbeitskampf aufgerufen: Für Donnerstag ist ein landesweiter Generalstreik geplant. Dieser soll zeitgleich mit der geplanten Debatte über das Reformpaket im Abgeordnetenhaus stattfinden. Die Kammer will dann über den Gesetzentwurf beraten, den der Senat in der vergangenen Woche bereits gebilligt hatte.
Das Gesetz würde unter anderem Einstellungsvorschriften lockern, die Urlaubsregelungen ändern sowie die Ausweitung der Regelarbeitszeit von acht auf zwölf Stunden ermöglichen. Zudem soll das Streikrecht eingeschränkt werden, indem für bestimmte Sektoren ein verpflichtender Mindestbetrieb eingeführt wird. Auf Druck der Gewerkschaften waren einige Punkte aus der Vorlage gestrichen worden. Milei will mit dem Gesetz nach eigenen Angaben Investitionen fördern und Bürokratie abbauen. Die aktuellen Vorschriften seien veraltet und behinderten das Wachstum, argumentiert der libertäre Präsident.
Die Gewerkschaften fürchten dagegen eine Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten.
Der argentinische Präsident hat einen Überraschungserfolg bei den Kongresswahlen gefeiert. Trotz harter Einschnitte hielten viele Wähler zu ihm. Erfahren Sie hier mehr über Milei.

