SpOn 29.11.2025
10:01 Uhr

Anti-AfD-Demos in Gießen: Straßenblockaden und Pfefferspray bei Protesten


In Gießen protestieren Tausende Menschen gegen die geplante Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation. Das Ziel: das Treffen zu verhindern. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, um blockierte Straßen zu räumen.

Anti-AfD-Demos in Gießen: Straßenblockaden und Pfefferspray bei Protesten

Diese Meldung wird laufend aktualisiert.

In Gießen ist es am Morgen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation zu ersten Blockaden gekommen. Rund um Gießen gebe es Personengruppen, die an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen »massiv« die Straßen blockierten, sagte ein Polizeisprecher.

In Gießen selbst blockiere ein Bus einen Kreisverkehr, sagte eine Sprecherin der Polizei. Sie sprach von einer »aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen« in der Stadt.

Die Polizei räumte zudem eine Blockade von 2000 Personen auf der Bundesstraße 49 und setzte dabei Wasserwerfer ein. Das sei nötig geworden, da die Gruppe auf die mündliche Aufforderung, die Straße freizumachen, nicht reagiert habe, teilte die Polizei mit.

Zudem komme es aus den Reihen einer Versammlung auf der Konrad-Adenauer-Brücke in Gießen zu Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte.

Am frühen Morgen versammelten sich bereits Tausende Protestierende

Am frühen Morgen versammelten sich bereits Tausende Protestierende

Foto: Michael Bauer / dpa

Im Stadtteil Lützellinden hätten Protestierende außerdem geparkte Fahrzeuge und Laternen beschädigt, wie die Polizei mitteilte. Die Verantwortlichen kamen demnach aus einer Gruppe von rund 2000 Personen heraus. Im benachbarten Lahnau-Atzbach hätten Personen aus einer Straßenblockade heraus auf der L3020 Fahrzeuge angehalten und diese beschädigt. An einer Blockade in Gießen hätten sich Einsatzkräfte zudem mit Pfefferspray gegen Steinewerfer verteidigt. Ein Polizist sei leicht verletzt worden.

Mehr als 50.000 Demonstranten erwartet

Unterdessen läuft in der Nähe der Gießener Innenstadt die voraussichtlich größte Kundgebung des heutigen Tages. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte die Aktion angemeldet, zu der nach Angaben der Polizei rund 30.000 Teilnehmer erwartet werden. Viele seien auch am Morgen schon früh auf den Beinen, mit Schildern wie »Wir sind mehr«, »Wir sind euer böses Gewissen« oder »Gießen für eine bunte Zukunft«.

Der Polizeisprecher sprach von einem Protestzug mit einer Teilnehmerzahl »im unteren fünfstelligen Bereich«. Es kämen aber weiter Demonstrierende hinzu. Die Polizei sei mit einer »mittleren vierstelligen Zahl an Beamten«, sowohl uniformiert als auch in Zivil, im Einsatz.

Protestaktion an einer Überführung der Autobahn 480

Protestaktion an einer Überführung der Autobahn 480

Foto: 5VISION.NEWS / IMAGO

»Persönlich und privat Anteil an einer rechtsextremen Subkultur«

In Gießen wollen im Tagesverlauf rund 50.000 Menschen bei rund 30 angemeldeten Versammlungen gegen die AfD auf die Straße gehen. Das Bündnis »Widersetzen« hatte bereits seit Wochen angekündigt, Zufahrtswege zu der Gründungsversammlung blockieren zu wollen. Das Ziel: das Treffen zu verhindern. Das Protestbündnis sprach von mehr als 15.000 Aktivistinnen und Aktivisten auf der Straße.

Die AfD will in der mittelhessischen Stadt eine Nachfolgeorganisation für die Junge Alternative (JA) mit dem Namen »Generation Deutschland« (GD) gründen. Favorit für den Vorsitz ist der brandenburgische Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm, der dem rechten Rand der AfD zugeordnet wird und dessen Landesverband als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft ist. Der Brandenburger Verfassungsschutz schreibt in einem Gutachten aus diesem Jahr, Hohm nehme »persönlich und privat Anteil an einer rechtsextremen Subkultur«. Die frühere AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die Partei von ihr getrennt hatte.

Erfahren Sie hier mehr , wie die neue Jugendabteilung der Rechtsextremen tickt.

faq/dpa