SpOn 29.11.2025
02:58 Uhr

Anschlag in Washington: US-Einwanderungsbehörde stoppt vorerst sämtliche Asyl-Entscheidungen


Die Schüsse auf Nationalgardisten in Washington haben weitere Folgen: Die US-Einwanderungsbehörde setzt alle Asylentscheidungen zunächst aus. Das Außenministerium stoppt die Vergabe von Visa an Personen mit afghanischem Pass.

Anschlag in Washington: US-Einwanderungsbehörde stoppt vorerst sämtliche Asyl-Entscheidungen

Nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in der US-Hauptstadt Washington, D.C. hat die Einwanderungsbehörde USCIS verkündet, vorerst alle Asylentscheidungen auszusetzen. Dieser Stopp gelte, bis man sicherstellen könne, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert werde, schrieb der Leiter der Behörde, Joseph Edlow, auf den Plattformen X und Facebook.

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Das US-Außenministerium setzte derweil die Vergabe von Visa an alle Personen mit afghanischen Pässen aus. Dies teilte Außenminister Marco Rubio am Freitag mit. »Für die Vereinigten Staaten gibt es keine höhere Priorität als den Schutz unserer Nation und unserer Bevölkerung«, schrieb er .

US-Präsident Donald Trump hatte erst einen Tag zuvor einen vollständigen Aufnahmestopp der USA für alle Menschen aus »Dritte-Welt-Ländern« angekündigt. »Ich werde Migration aus allen Dritte-Welt-Ländern dauerhaft stoppen«, schrieb er auf seiner Onlineplattform Truth Social. Details dazu, auf welche Länder genau er sich bezieht und wie und wann er einen solchen Aufnahmestopp durchsetzen will, nannte er nicht.

Die US-Einwanderungsbehörde hatte bereits kurz nach dem Vorfall auf Weisung Trumps hin angekündigt, die Greencards »aller Ausländer aus allen problematischen Ländern« umfassend zu überprüfen. Eine Greencard erlaubt es ausländischen Staatsangehörigen, sich dauerhaft in den USA aufzuhalten und zu arbeiten. Betroffen von dem Schritt sind neben Afghanen auch Menschen aus 18 weiteren Ländern wie Iran, Libyen, Somalia, dem Jemen, Kuba und Venezuela.

Mehr zum Thema

Am Mittwoch waren zwei Nationalgardisten nur wenige Häuserblöcke vom Weißen Haus entfernt angeschossen worden. Eine Soldatin erlag Trump zufolge ihren Verletzungen, der zweite Nationalgardist kämpft demnach um sein Leben.

Der mutmaßliche Täter ist ein Mann aus Afghanistan. Er war 2021 im Rahmen eines Programms der Regierung des damaligen Präsidenten Joe Biden in die USA gekommen. Dieses diente der Umsiedlung von Afghanen, die den USA während des Krieges in ihrem Heimatland geholfen hatten. Unter dem amtierenden Präsidenten Trump war ihm Asyl gewährt worden (mehr über den mutmaßlichen Schützen von Washington erfahren Sie hier ).

DER SPIEGEL

Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Am Freitag erklärte die Bundesstaatsanwältin des Hauptstadtbezirks District of Columbia (DC), Jeanine Pirro, dass er wegen Mordes angeklagt werden solle (mehr dazu hier). Das Motiv für die Tat ist weiter unbekannt.

aar/dpa/Reuters