SpOn 27.11.2025
14:16 Uhr

Ansbach: Rückführung des entflohenen Amokläufers aus Kolumbien kostete 195.000 Euro


Per Charterflug wurde er zurückgeholt: Der Amokläufer von Ansbach floh im Sommer von Bayern nach Südamerika. Unklar ist noch, wer die Kosten für den Flug trägt.

Ansbach: Rückführung des entflohenen Amokläufers aus Kolumbien kostete 195.000 Euro

Nach wochenlanger Flucht wurde er in Kolumbien gefasst: Die Fahndung nach dem aus der Forensischen Psychiatrie entwichenen Amokläufer von Ansbach sorgte im Sommer für große Aufmerksamkeit. Nun dürfte das erneut der Fall sein. Der Grund: Die Kosten für den Rückflug des Mannes nach Deutschland belaufen sich auf 195.000 Euro. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten mehrere Medien, darunter der BR , berichtet.

Grund für die hohe Summe sei unter anderem, dass die Behörden einen Sonderflug organisierten, also eine Maschine charterten, sagte Jonas Heinzlmeier, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ansbach. Ein Linienflug sei nicht infrage gekommen. Für einen Direktflug nach Deutschland seien sie auf eine Fluggesellschaft angewiesen gewesen, die gefesselte Passagiere mitnehme. Da sich dies nicht umsetzen ließ, fiel die Entscheidung zum Charterflug.

Gewalttat von 2009

Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sie die Kosten bei dem 34-Jährigen geltend machen kann. Zunächst kommt der Freistaat Bayern dafür auf. »Ob der Anspruch dann tatsächlich vollstreckt werden kann, hängt von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Untergebrachten ab«, sagte Heinzlmeier dem BR.

Der Flüchtige war 2009 als 18-Jähriger mit einem Beil, Messern und Molotowcocktails bewaffnet in die Schule in Ansbach gekommen und hatte neun Mitschüler und einen Lehrer verletzt. 2010 wurde er wegen versuchten Mordes in 47 Fällen zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Eine Jugendkammer ordnete zudem die unbefristete Unterbringung in einer Psychiatrie an.

Von Ausgang nicht zurückgekehrt

Seit Beginn des Jahres durfte der Mann als Teil der Therapie regelmäßig die Forensische Psychiatrie in Erlangen zu Tagesausgängen verlassen. Von der behandelnden Klinik wurde als ungefährlich eingestuft.

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Am 16. August kehrte der 34-Jährige von einem unbegleiteten Ausgang nicht mehr zurück. Die Spur der Ermittler von Landes- und Bundeskriminalamt führte letztlich bis nach Kolumbien. Anfang September informierte die Staatsanwaltschaft über die Festnahme des Mannes. Strafbar machte sich der 34-Jährige nicht. Sein Entweichen gilt lediglich als Verstoß gegen die Hausordnung. Er muss aber mit der Rücknahme sämtlicher Lockerungsmaßnahmen rechnen.

Die Staatsanwaltschaft Ansbach vermutet, dass der Mann Helfer hatte, und durchleuchtet das Umfeld und mögliche Kontakte des Mannes.

bbr/dpa