Die Sacramento Kings stehen auf dem letzten Tabellenplatz im Westen, nur ein Team in der kompletten NBA weist derzeit eine schlechtere Bilanz auf als die Mannschaft aus Nordkalifornien. Da kann der Frust schon mal überschwappen. Noch ist unklar, was genau den deutschen Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder kurz nach Weihnachten in Rage gebracht hat. Er ist von der Basketballliga NBA soeben für drei Spiele suspendiert worden.
Als Grund nannte die Liga den Versuch des Basketballprofis von den Kings, nach der 101:125-Niederlage gegen die Los Angeles Lakers einen anderen Spieler zu schlagen.
»Der Vorfall ereignete sich etwa 40 Minuten nach der Niederlage«, hieß es in der Mitteilung. Schröder habe den anderen Spieler »in einem Gang der Halle aufgesucht und die Konfrontation gestartet«. Laut US-Medien soll es sich dabei um Lakers-Star Luka Dončić gehandelt haben. Schröder wollte sich auf dpa-Anfrage nicht zu der Sperre und den Umständen äußern.
Wie ESPN berichtet, trennte Lakers-Center Deandre Ayton die beiden, bevor das Sicherheitspersonal einschritt. Dončić habe ob der Konfrontation überrascht reagiert und versucht, den Bereich zu verlassen.
Schröder verpasst wegen der Sperre die Spiele gegen die Houston Rockets, die Lakers und die New York Knicks. Er wird in dieser Zeit kein Gehalt beziehen und verliert – legt man sein Gehalt für diese Saison zugrunde – damit wohl etwas mehr als 291.000 US-Dollar (rund 250.000 Euro).
Ging es um Lästereien auf dem Court?
Für Schröder ist es nicht das erste Mal, dass er in der NBA gesperrt wird. Zuletzt war das vor mehr als sechs Jahren der Fall, als er bei den Oklahoma City Thunder unter Vertrag stand und nach einer Rudelbildung für eine Partie nicht aktiv sein durfte.
Der Vorfall ist noch nicht gänzlich aufgeklärt, es gibt allerdings offenbar eine Vorgeschichte. Von der Partie in Los Angeles, die Schröder nun die Sperre eingebrockt hat, gibt es Videoaufnahmen, auf denen zu hören ist, wie Dončić ruft: »Du hättest den Vertrag unterschreiben sollen.« Schröder ist in dem Ausschnitt nicht im Bild, ob die Szene im Zusammenhang mit der kolportierten Konfrontation steht, ist nicht klar. ESPN berichtet auch von einem angeblichen Schimpfwort von Dončić in Richtung Schröder.
Der Deutsche hatte selbst einst für die Lakers gespielt, Gespräche über einen Verbleib kamen zu keinem Ergebnis. Angeblich boten die Lakers ihm einen Vertrag im Wert von 84 Millionen US-Dollar an. Schröder hatte in der Vergangenheit betont, es habe nie ein konkretes Angebot an ihn gegeben.
