Der Fall sorgt für massive Unruhe im Vereinigten Königreich und darüber hinaus: Mit Andrew Mountbatten-Windsor ist zum ersten Mal seit mehr als 350 Jahren ein hochrangiges Mitglied der britischen Königsfamilie festgenommen worden. Dabei gibt es schon lange Vorwürfe gegen den ehemaligen Prinzen wegen seiner Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Schlüsselmomente des Falls:
2011: Andrew tritt als britischer Sonderbeauftragter für Handel zurück. Berichte hatten zuvor seine Nähe zu Epstein offengelegt, der drei Jahre zuvor wegen Sexualdelikten an Minderjährigen verurteilt worden war.
2019: Epstein wird zum zweiten Mal wegen Sexhandels verhaftet und stirbt später in einer New Yorker Gefängniszelle. Der Fall schlägt wieder Wellen. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich auf Andrew, der Sex mit mindestens einer Minderjährigen gehabt haben soll, die Epstein ihm zugeführt haben soll. Andrew bestreitet die Vorwürfe.
2020: Der Buckingham-Palast setzt Andrews königliche Pflichten »auf absehbare Zeit« aus. Der Prinz verliert seine Rolle als Schirmherr von 230 Wohltätigkeitsorganisationen.
2021: Virginia Giuffre reicht Klage gegen Prinz Andrew in New York ein. Sie wirft ihm vor, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.
Ein Foto zeigt die damals minderjährige Giuffre, den Ex-Prinzen und die Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell
Foto: AFP2022: Der Zivilprozess endet mit einer außergerichtlichen Einigung.
April 2025: Virginia Giuffre nimmt sich das Leben.
Oktober 2025: Mitte Oktober erklärt Andrew, dass er seine königlichen Titel, darunter den des Herzogs von York, und andere Ehrenämter aufgibt, weil »die anhaltenden Anschuldigungen gegen mich von der Arbeit Seiner Majestät und der königlichen Familie ablenken«. Kurz darauf erscheinen posthum die Memoiren von Giuffre. In dem Buch schildert sie detailliert, wie sie Andrew im März 2001 zum ersten Mal traf und dass sie dreimal zu Sex mit ihm gezwungen wurde. König Charles III. entzieht seinem Bruder Ende Oktober seine verbleibenden Titel und Ehren, darunter auch den, den Andrew seit seiner Geburt innehatte – Prinz.
2026: Epstein-Akten, die das US-Justizministerium veröffentlicht, belasten den Ex-Prinzen weiter. Sie legen nahe, dass die Freundschaft zwischen dem als Sexualstraftäter verurteilten Milliardär und dem Ex-Royal enger war, als Andrew behauptet. Auch mit der Epstein-Komplizin Maxwell tauschte der Prinz offenbar freundschaftliche Mails aus, die nun öffentlich einsehbar sind.
Mar-a-Lago, Palm Beach im Jahr 2000: Andrew Mountbatten in Gesellschaft von Melania Trump, Gwendolyn Beck und Jeffrey Epstein
Foto: Davidoff Studios Photography / Getty Images19. Februar 2026: Die britische Polizei nimmt Andrew in den Morgenstunden fest und durchsucht seinen ehemaligen Wohnsitz, die Royal Lodge im Great Windsor Park, sowie seinen aktuellen Wohnsitz auf Gut Sandringham. (Lesen Sie hier die Ereignisse im Liveblog). Ihm wird »Fehlverhalten im Amt« vorgeworfen. Er soll in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergegeben haben. Es geht um Berichte der britischen Regierung über Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan sowie Einschätzungen zu Vietnam und Singapur. Andrew droht eine lebenslange Haft, die Höchststrafe für »Fehlverhalten im Amt« in Großbritannien. Am Abend wird er unter Auflagen wieder freigelassen, die Durchsuchungen dauern an.
20. Februar 2026: Die britische Regierung erwägt einen Ausschluss Andrews aus der Thronfolge. Der Sohn der 2022 verstorbenen Queen Elizabeth II. steht derzeit an achter Stelle in der Thronfolge der britischen Royals, hinter Prinzessin Lilibet, der Tochter von Prinz Harry.
