SpOn 20.01.2026
16:51 Uhr

Anders Fogh Rasmussen: Ex-Nato-Generalsekretär fordert Ende der »Schmeichelei« gegenüber Trump


Trumps Drohungen hätten zu einem »mentalen Bruch« zwischen den USA und den europäischen Verbündeten geführt, sagt der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, ein Däne. Für Europa hat er eindeutige Ratschläge.

Anders Fogh Rasmussen: Ex-Nato-Generalsekretär fordert Ende der »Schmeichelei« gegenüber Trump

Wie kommt man gegen Donald Trump an? Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen empfiehlt den Europäern angesichts des Konflikts um Grönland eine härtere Gangart gegenüber dem US-Präsidenten. »Die Zeit für Schmeicheleien ist vorbei«, sagte Rasmussen der Nachrichtenagentur AFP. Europa müsse stattdessen »Kraft, Stärke und Einheit« demonstrieren. Das sei das Einzige, was Trump respektiere, argumentierte er.

Rasmussen, der früher dänischer Ministerpräsident war, sieht den Grönlandkonflikt nicht nur als »eine Krise für die Nato«, sondern als eine Krise »für die transatlantische Gemeinschaft allgemein«. Er warnte: »Die Zukunft der Nato und die Zukunft der Weltordnung stehen auf dem Spiel.«

Ein Angriff Trumps auf Grönland ist für Rasmussen das Ende der Nato

Rasmussen war von 2009 bis 2014 Nato-Generalsekretär. Er forderte seinen Nachnachfolger Mark Rutte und andere europäische Spitzenpolitiker auf, ihre Strategie gegenüber Trump zu ändern. Nach Rasmussens Ansicht kann die aktuelle Krise noch »behoben« werden und die Allianz könne dadurch gestärkt in der Arktis auftreten. Rasmussen sprach kurz vor dem Auftritt des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit AFP.

Allerdings habe Trumps Handeln bereits für einen »mentalen Bruch« zwischen Washington und den langjährigen europäischen Verbündeten gesorgt. »Das ist eine neue Situation, die sich von allen anderen Auseinandersetzungen in der Geschichte der Nato unterscheidet«, stellte Rasmussen fest. Sollte Trump tatsächlich Grönland angreifen, würde das »de facto das Ende der Nato bedeuten«.

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In seinen Augen müsse man in einen »konstruktiven Dialog« mit den USA über Grönland treten. So könne die Vereinbarung zwischen Dänemark und den USA aus dem Jahr 1951 über die Stationierung von US-Soldaten auf der Insel überarbeitet und US-Unternehmen die Ausbeutung von Rohstoffen ermöglicht werden.

Der 72-Jährige warnte zudem davor, sich durch die Grönlanddiskussion zu sehr von der »wahren Bedrohung« ablenken zu lassen: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.

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mkh/AFP