SpOn 08.08.2026
03:58 Uhr

Amazonas: Abholzung auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt


In den letzten zwölf Monaten verschwand im Amazonas deutlich weniger Regenwald als zuvor. Ein Erfolg für den linken Präsidenten Brasiliens, Lula. Er tritt im Herbst bei der Wahl gegen den Sohn des Ex-Präsidenten Bolsonaro an.

Amazonas: Abholzung auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. In der Periode von August 2025 bis Juli 2026 seien 2874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilten die Behörden am Freitag unter Berufung auf Satellitendaten mit. Dies seien 37 Prozent weniger als in den zwölf Monaten davor - und der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016.

Der seit Januar 2023 in Brasilien regierende linksgerichtete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will die illegale Abholzung des Amazonaswaldes bis 2030 stoppen. Die neuen Zahlen zeigten, »dass wir dieses Ziel erreichen können, wenn wir das derzeitige Tempo beibehalten, mit der bisher gezeigten Ernsthaftigkeit vorgehen und die erforderlichen Ressourcen bereitstellen«, erklärte er bei der Vorstellung der Daten in São Paulo. »Wir nehmen das Klimathema in diesem Land sehr ernst, denn wir sind keine Klimawandel-Leugner.«

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva: »Wir nehmen das Klimathema sehr ernst«

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva: »Wir nehmen das Klimathema sehr ernst«

Foto: Andre Borges / EPA

Lula hat sich den Schutz des Amazonasgebiets auf die Fahnen geschrieben. Unter seinem rechtsradikalen Vorgänger Jair Bolsonaro hatte die Abholzung im Amazonasgebiet stark zugenommen und 2022 mit 12.500 Quadratkilometern einen Höchststand erreicht.

Der Schutz des Amazonas ist im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend: Die dichte Vegetation des weltweit größten tropischen Regenwaldes nimmt Treibhausgase auf, welche die globale Erwärmung verursachen.

Bleibt Lula im Amt?

Lula strebt seine Wiederwahl als Präsident von Brasilien an. Die Wahl findet im Oktober statt. Bei einem Parteitag Anfang August in São Paulo nominierte ihn die linksgerichtete Arbeiterpartei (PT) für eine vierte Amtszeit. Der 80-Jährige erklärte vor rund 3000 Anhängern, er sei in »bester Form«.

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Lulas Herausforderer ist Flávio Bolsonaro, der Sohn von Brasiliens ultrarechtem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro. Das Oberste Gericht Brasiliens hatte Flávios Vater im September vergangenen Jahres wegen eines geplanten Umsturzes zu gut 27 Jahren Gefängnis verurteilt. Er befindet sich in Hausarrest.

Für Lula ist Flávio Bolsonaro ein »Verräter am Vaterland«, der die USA dazu angestiftet habe, durch Strafzölle der brasilianischen Wirtschaft Schaden zuzufügen. Flávio Bolsonaro weist dies zurück. Einer aktuellen Umfrage zufolge würde Lula derzeit in einer Stichwahl 48 Prozent der Stimmen erhalten, sein Herausforderer käme auf 43 Prozent.

Die Stadt Paragominas galt einst als Symbol der Zerstörung im Amazonas. Dann legte Adnan Demachki die meisten Sägewerke still. Er stoppte die Abholzung, brachte die Hoffnung zurück – und verpasste der Stadt ein neues Wirtschaftsmodell .

hda/AFP