SpOn 28.01.2026
21:37 Uhr

Amazon schließt kassenlose Supermärkte


Für Läden, in denen man sich Produkte einfach aus dem Regal greifen und rausgehen kann, war Amazon ein Pionier. Die Bezahlung haben Kameras und Sensoren geregelt. Doch diese Technik ist offenbar zu kostspielig.

Amazon schließt kassenlose Supermärkte

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon macht seine Mini-Supermärkte ohne Kassen dicht. Man wolle sich mehr auf die Lieferung von Lebensmitteln konzentrieren, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns .

Die ersten Geschäfte unter der Marke »Amazon Go«, in denen Kunden einfach Produkte aus dem Regal greifen und hinausgehen können, öffneten in den USA 2018. Gewichtssensoren in den Regalen und Kameras an der Decke sollen sicherstellen, dass die Einkäufe richtig zugeordnet und nachträglich abgebucht werden.

Die Technologie werde inzwischen von anderen Händlern an mehr als 360 Standorten in fünf Ländern eingesetzt, betonte Amazon. Darunter seien eine Krankenhaus-Cafeteria und eine Eishockey-Arena. Zudem greife der Konzern selbst darauf zurück – für die Verpflegung von Mitarbeitenden in mehr als 40 seiner Logistikzentren in Nordamerika. Für die zuletzt 14 Amazon-Go-Läden in Nordamerika ist nun aber Schluss.

Auch »Amazon Fresh«-Supermärkte schließen

Branchenkenner hatten bereits in den vergangenen Jahren darauf verwiesen, dass die Technik für den kassenlosen Einkauf aufwendig und dadurch kostspielig sei. Das mache es schwierig, sie auf größere Ladenflächen auszuweiten.

Seine wie gewöhnliche Supermärkte funktionierenden Geschäfte unter der Marke »Amazon Fresh« macht der weltgrößte Einzelhändler ebenfalls dicht. Davon gab es zuletzt mehr als fünfzig. Man habe es nicht geschafft, ein Geschäftsmodell für einen weitreichenden Ausbau des Ladennetzes zu finden.

Whole Foods statt Amazon-Logo

Ein Teil der aufgegebenen Standorte von Amazon Fresh und Amazon Go soll zu Supermärkten der Kette »Whole Foods« umfunktioniert werden, die der Konzern 2017 gekauft hatte. Amazon äußerte sich zunächst nicht dazu, ob die Technik zum kassenlosen Einkauf dort weiterhin eingesetzt werden könnte. Amazon Fresh hatte teilweise dieselben Marken wie »Whole Foods« im Angebot, oft zu niedrigeren Preisen.

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In den vergangenen Jahren probierte Amazon hauptsächlich in den USA verschiedene Wege aus, um aus dem Onlinehandel ins stationäre Geschäft vorzustoßen, gab aber viele davon wieder auf. Dazu gehörten unter anderem Buchläden und Geschäfte für Elektronik und Mode.

jmm/dpa