SpOn 12.12.2025
13:22 Uhr

Amazon, Shein, Temu: EU erhöht Importkosten für Billigwaren


Händler sollen unabhängig von ihrem Standort die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben, sagt die EU. Deswegen führen die Mitgliedstaaten im Juli 2026 eine Abgabe von 3 Euro auf Pakete bis 150 Euro ein.

Amazon, Shein, Temu: EU erhöht Importkosten für Billigwaren

Kampf den Billigimporten: Die EU-Mitgliedstaaten haben sich darauf verständigt, jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro von Juli 2026 an mit einer Abgabe in Höhe von 3 Euro zu belegen. Die von den Finanzministern der EU bei einem Treffen in Brüssel beschlossene Vorgabe dürfte etwa Onlinehändler wie Shein, Temu, AliExpress oder auch Amazon betreffen.

Erhoben werden soll die Abgabe von den nationalen Zollbehörden. Bislang können Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro zollfrei in die Staatengemeinschaft eingeführt werden.

Im November hatten sich die EU-Staaten darauf verständigt, die derzeit geltende 150-Euro-Freigrenze abzuschaffen. Die von der Bundesregierung unterstützte neue Regelung soll aber erst von 2028 an gelten, wenn auch eine digitale Plattform zur Abwicklung und Kontrolle an den Start gehen soll. Mit dem Abschaffen der Freigrenze soll etwa sichergestellt werden, dass alle Händler – unabhängig von ihrem Standort – die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben.

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Deswegen soll die neue Abgabe von drei Euro nur vorübergehend gelten. Ob günstige Produkte dadurch teurer werden, ist noch unklar. Theoretisch könnten auch die Produzenten oder Importeure die Mehrkosten übernehmen.

Der Onlinehandel hat in den vergangenen Jahren zu einem exponentiellen Anstieg bei Lieferungen kleiner Warenpakete mit geringem Wert in die EU geführt. Laut EU-Kommission kamen 2024 täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU an – deutlich mehr als in den beiden Vorjahren.

hba/dpa