Die Musik von Neil Young, 80, wird wohl über einen längeren Zeitraum nicht bei Amazon zu finden sein. In einem Beitrag auf der Website »Neil Young Archives« schrieb der Musiker, dass seine Werke nicht bei Amazon erhältlich sein werden, solange die Firma Jeff Bezos gehört. Als Grund gab Young Bezos’ Unterstützung von Donald Trump an. Zunächst hatte unter anderem »Rolling Stone« berichtet.
»Die internationalen Politiken des Präsidenten und seine Unterstützung von ICE machen es mir unmöglich, diese Handlungen zu ignorieren. Wenn Sie so empfinden wie ich, empfehle ich dringend, Amazon nicht zu nutzen«, schrieb Young.
Zwar schade diese Haltung seinem Plattenlabel kurzfristig, aber er halte seine dadurch gesendete Botschaft für wichtig und eindeutig. Und weiter: »Danke, dass Sie Musik lokal und über unabhängige digitale Dienste kaufen.«
Youngs Katalog sowie sein Archiv mit Livekonzerten, Studio-Outtakes und Konzertfilmen sind auf seiner Website zu erhalten – für Menschen aus Grönland künftig offenbar sogar kostenlos. Young hat angekündigt, seinen gesamten Katalog den Menschen in Grönland kostenlos zur Verfügung zu stellen – als Reaktion auf Donald Trumps Annexionsdrohungen gegen das Land.
»Ich hoffe, dass meine Musik und meine Musikfilme etwas von dem unbegründeten Stress und den Drohungen lindern können, die Sie durch unsere unpopuläre und hoffentlich nur vorübergehende Regierung erleben«, schrieb Young. »Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dass Sie all meine Musik in Ihrem wunderschönen Zuhause Grönland in höchster Qualität genießen können. Dies ist ein Angebot von Frieden und Liebe. Die gesamte Musik, die ich in den vergangenen 62 Jahren gemacht habe, gehört Ihnen. Sie können kostenlos verlängern, solange Sie sich in Grönland befinden. Wir hoffen, dass andere Organisationen unserem Beispiel folgen.«
Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Sänger zu politisch brisanten Themen äußerte. Den US-Präsidenten und seine Regierung nimmt Young regelmäßig ins Visier. Young ist auch kein großer Fan von Elon Musk. In seinem 2025 veröffentlichten Song »Let’s Roll Again« baute er zahlreiche Verweise auf Berichte über Autounfälle ein, in die offenbar Teslas selbstfahrende Modelle verwickelt waren.
Gegen Ende des Songs gibt es eine direkte Spitze gegen Musk: »If you’re a fascist, get a Tesla / It’s electric, it doesn’t matter« (»Wenn du ein Faschist bist, hol dir einen Tesla / Der ist elektrisch, das spielt keine Rolle«).
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war in der Bildunterschrift ein falsches Jahr genannt. Wir haben das geändert.
