SpOn 10.01.2026
08:10 Uhr

Alles Gute vom SPIEGEL: Sicherheit für Tätowierer, Babygorillas und neue Wanderwege


Ein Gesetz in Südkorea beseitigt Hürden für die Tattookunst. Berggorillas bekommen besonderen Nachwuchs. Und: Auf diesen Wegen wandern Sie durch 2026. Das sind die guten Nachrichten der Woche.

Alles Gute vom SPIEGEL: Sicherheit für Tätowierer, Babygorillas und neue Wanderwege

Haben Sie Tattoos? Falls ja, sind Sie nicht allein. Etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist tätowiert. Auch ich habe mir mit 18 ein kleines Motiv stechen lassen. Das Studio habe ich über Instagram gefunden, es lag gleich in der Nachbarschaft.

In Südkorea wäre das nicht so einfach. Dort dürfen nur Mediziner tätowieren. Alle anderen müssen heimlich arbeiten – bislang. Ein neues Gesetz soll das bald ändern. Für Oh Hyun, Künstlername Stella Oh, bedeutet das, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben legal ihrem Beruf nachgehen darf.

Tätowiererin Oh: »Dass es illegal ist, war mir nicht bewusst«

Tätowiererin Oh: »Dass es illegal ist, war mir nicht bewusst«

Foto: Tina Hsu / DER SPIEGEL

Meine Kollegin Katharina Graça Peters hat Oh in ihrem Studio in Seoul besucht. Dessen Adresse war lange geheim, bisher hat Oh ihre Kunden im Restaurant an der Ecke abgeholt. Doch die geplante Reform macht sie mutiger. Inzwischen stellt sie manchmal sogar ein Schild nach draußen, das für Tattoos wirbt. Tätowierer wie Oh hoffen, dass ihr Arbeitsalltag bald sicherer wird. Die Legalisierung soll sie vor Belästigung und Betrug schützen: »Manche Kunden lassen sich ein Tattoo stechen und drohen dann mit Anzeige, um es umsonst zu bekommen«, erzählt Katharina.

Katharina und Oh im Tattoostudio: Ein versteckter Ort

Katharina und Oh im Tattoostudio: Ein versteckter Ort

Foto: Tina Hsu / DER SPIEGEL

Oh lernte das Tätowieren in San Francisco, bevor sie nach Seoul zurückkehrte. Wie viele andere koreanische Künstler sticht sie feine, filigrane Motive. Das hat auch damit zu tun, dass Tattoos in der Gesellschaft als anrüchig gelten, seit Gangs sie im 20. Jahrhundert als Erkennungsmerkmal nutzten. »Ein großflächiges Drachen-Tattoo erinnert vielleicht an Gangster«, sagt Katharina. »Aber wer fühlt sich von einem zarten Schmetterling auf dem Handgelenk bedroht?«

Oh beim Tätowieren: Zarte, filigrane Motive

Oh beim Tätowieren: Zarte, filigrane Motive

Foto:

Tina Hsu / DER SPIEGEL

Der Stil ihrer Protagonistin gefiel Katharina übrigens so gut, dass sie sich fast selbst ihr erstes Tattoo stechen ließ. Am Ende blieb es dann aber doch nur bei einem Gespräch, wenn auch einem sehr langen: »Wir waren fast den ganzen Tag bei Stella«, sagt sie. Entstanden ist eine Geschichte, die Mut macht, zu tun, was man liebt – auch wenn andere es verbieten wollen. Ich empfehle sie Ihnen sehr.

Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Der brasilianische Traum
Deborah und Esther gingen in die sechste Klasse, als mein Kollege Marian Blasberg sie während der Coronapandemie interviewte. In ihrem Viertel in Rio de Janeiro fiel damals monatelang die Schule aus. Dabei wollten die Schwestern doch unbedingt Zahnärztinnen werden. SPIEGEL-Leser Andreas Heerdegen nahm sich vor, die beiden zu unterstützen. Er finanzierte ihnen den Besuch einer Privatschule, kaufte Laptops und Handys. »Manchmal kommt’s mir noch vor, als wären wir in eine Telenovela geraten«, sagt Deborah. Wie es Esther und ihr heute geht, erfahren Sie hier .

Deborah und Esther mit ihren Eltern

Deborah und Esther mit ihren Eltern

Foto:

Marian Blasberg / DER SPIEGEL

Ab ins Kino
Gute Nachrichten für die Kulturbranche: Nach harten Coronajahren ging es für die deutschen Kinos 2025 wieder bergauf. Bundesweit kauften Besucher mehr als 89 Millionen Karten. Der bestbesuchte Film war »Das Kanu des Manitu« von Michael »Bully« Herbig.

Zwillingsäffchen
Weltweit gibt es nur noch rund tausend Berggorillas. Im Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo hat einer von ihnen nun Nachwuchs bekommen, und zwar gleich doppelt. Laut der Parkverwaltung kommt das nur bei einem Prozent der Geburten von Menschenaffen vor. Die Zwillinge, ein Junge und ein Mädchen, sind demnach wohlauf. Hier lesen Sie die Meldung.

Affenbabys im Virunga-Nationalpark: Seltenes Ereignis

Affenbabys im Virunga-Nationalpark: Seltenes Ereignis

Foto: Virunga National Park / REUTERS

Umweltschonender fliegen
Kaum ein Verkehrsmittel lässt sich so schwer klimafreundlich machen wie Flugzeuge. Ein Forscherteam argumentiert in einer Studie nun aber, den CO₂-Ausstoß pro Fluggast theoretisch um bis zu 76 Prozent senken zu können. Dafür müssten Airlines alte Maschinen verschrotten, mehr Plätze besetzen – und die Businessclass abschaffen. Mehr dazu erfahren Sie hier .

»These chemicals hit me like a white wine …«
... heißt es in Taylor Swifts Lied »The Alchemy«. Swifts fast schon magischen Einfluss spürt derzeit das französische Weingut Terre Blanche. Nur wenige Sekunden ist eine seiner Flaschen in einer neuen Doku über die Sängerin zu sehen. Das reicht aus, damit der Wein in den USA zwischenzeitlich ausverkauft war. »Es ist ziemlich verrückt«, sagte Winzer Laurent Saget der Nachrichtenagentur AFP. Die ganze Meldung lesen Sie hier.

Popstar Taylor Swift

Popstar Taylor Swift

Foto: Christine Olsson / EPA

Von Mensch zu Mensch
Wie wurde der Homo erectus zum modernen Menschen? Diese Frage beschäftigt Jean-Jacques Hublin sein ganzes Forscherleben lang. Ein archäologischer Fund in Marokko hat ihn der Antwort etwas nähergebracht. 773.000 Jahre alt sind die Fossilien, die sein Team dort entdeckte – laut Hublin »ein plausibler Vorläufer des Homo sapiens«. Dass sich ihr Alter so genau bestimmen ließ, haben die Wissenschaftler einem Glücksfall zu verdanken. Worum es geht, lesen Sie hier .

Was gut ist – für Sie

Wanderlust
Ob in Deutschland oder im Ausland, Wandern liegt im Trend. So sehr, dass viele Regionen ihr Streckennetz noch weiter ausbauen. Mein Kollege Philipp Laage empfiehlt Ihnen sieben Weitwanderwege, die in diesem Jahr eröffnen. Sie führen durch Fachwerkstädtchen, entlang französischer Flüsse oder an die Küste Englands. Die ganze Liste finden Sie hier. 

Neue Fernwanderwege: Auch Australien ist dabei

Neue Fernwanderwege: Auch Australien ist dabei

Foto: Marco Brivio / Zoonar / picture alliance

Training für das ganze Jahr
Was haben Sie sich für 2026 vorgenommen? Falls mehr Sport zu Ihren Vorsätzen gehört, lege ich Ihnen diesen Text über ein Ganzkörperworkout für jeden Tag ans Herz. »Die Übungen lassen sich nach Lust und Laune kombinieren«, sagte Mentaltrainerin Svenja Kinder, die sie für den SPIEGEL zusammengestellt hat. Hier können Sie direkt loslegen .

Weg vom Handy
Apropos gute Vorsätze: Öfter mal das Handy beiseitezulegen, gehört für viele sicherlich dazu. Helfen können Apps, Timer oder Kühlschrankmagneten. Meine Kollegin Barbara Vorsamer hat diese Tipps ausprobiert. Was ihr letztlich geholfen hat, lesen Sie hier .

Weg mit dem Ding

Weg mit dem Ding

Foto:

Juan Moyano / Stocksy

Eiskalt Geld zurück
Schnee und Eis haben weite Teile Deutschlands im Griff. Das bekommen auch Reisende zu spüren, wenn etwa die Bahn mal wieder streikt. Wann es für Verspätungen durch Winterwetter Geld zurück gibt, erfahren Sie hier.

Mensch ärgere dich nicht
Gab es an Weihnachten bei Ihnen Streit? Dann sollten Sie das Interview mit Sonja Fücker und Frank McDouglas Langer lesen. Die Soziologin und der Jurist sprechen darüber, wie sich Konflikte lösen lassen – nicht nur im Kleinen, sondern auch in der Gesellschaft. Ich habe mitgenommen, dass Konflikte oft aus einem Wunsch nach Anerkennung entstehen. Und dass manche Menschen auch einfach nur zum Selbstzweck streiten. Zum ganzen Text geht es hier .

AfD-Veranstaltung in Bautzen: Die Gesellschaft streitet

AfD-Veranstaltung in Bautzen: Die Gesellschaft streitet

Foto: Jonathan Funk

Und sonst?

Steht da ein Pferd auf dem Flur? Nein, ein Schaf vor der Selbstbedienungskasse. Und zwar nicht nur eins. Eine ganze Herde hat sich diese Woche in den Penny-Markt im unterfränkischen Burgsinn verirrt. Fotos und Videos davon gingen in den sozialen Medien viral.

Schafe im Penny Burgsinn: Kommt jetzt die Patenschaft?

Schafe im Penny Burgsinn: Kommt jetzt die Patenschaft?

Foto:

REWE Group / dpa

Mein Kollege Sebastian Stoll hat mit Marktleiter Jürgen Kippes über die Eindringlinge gesprochen. Eine Kollegin habe nach ihm gerufen, »es klang dringend«, erzählte Kippes. »Und auf einmal sehen wir die Schafe. Sie stehen bei den Selbstscannerkassen und machen: ›mäh, mäh, mäh‹.«

Dass die Tiere etwas Dreck machten, störte ihn nicht: »Das ließ sich relativ schnell entfernen.« Penny will jetzt sogar eine Patenschaft für die Schafe übernehmen. Für ein Jahr sollen sie etwa Futter bekommen, heißt es aus der Geschäftsleitung von Penny Südwest.

Ich verspreche Ihnen: Das Interview macht gute Laune. Sie lesen es hier.

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Herzliche Grüße

Ihre Elisa Schwarze,
Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL