SpOn 27.01.2026
03:34 Uhr

Alexander Dobrindt lässt Teilzeit-Vorstoß aus der Union ins Leere laufen


Der Wirtschaftsflügel der CDU will das Recht auf Teilzeit kippen, der Vorstoß hat viel Kritik ausgelöst. Jetzt erklärt Innenminister Alexander Dobrindt: Er glaube nicht, dass daraus ein politisches Programm werde.

Alexander Dobrindt lässt Teilzeit-Vorstoß aus der Union ins Leere laufen

Der Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, wird sich aus Sicht von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nicht durchsetzen. »Ich glaube nicht, dass daraus ein politisches Programm wird«, sagte der CSU-Politiker in der ntv-Talkshow »Pinar Atalay«. »Ich sehe da keinen Änderungsbedarf.« Das sei etwas, was sehr individuell entschieden werde, was auch in die Lebensmodelle der Menschen reinpassen müsse.

Man könne sich über viele Dinge unterhalten, sagte Dobrindt. »Mein Maßstab ist eher Flexibilisierung der Arbeitszeit. Ich glaube, dass wir wegmüssen von diesem reinen 8-Stunden-Tag und hin zu einer Wochenarbeitszeit.« Das komme dem Lebensgefühl der Menschen näher.

»Wenn man im Rahmen der Flexibilisierung zu dem Ergebnis kommt, man kann auch ein bisschen mehr arbeiten, fände ich es nicht ganz falsch«, sagte Dobrindt. Insgesamt sollte in Deutschland mehr gearbeitet werden, um wettbewerbsfähiger zu sein: »Das würde ich zwingend unterstützen.«

Söder: »Wir wollen da eher Anreize setzen«

Der Wirtschaftsflügel der Union will den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken, wie aus einem Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) an den CDU-Bundesparteitag hervorgeht. Es soll ihn nur noch geben, wenn besondere Gründe vorliegen. Der Antrag trägt den Titel »Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit«. Widerspruch kam nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus der CDU.

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Vor Dobrindt hatte bereits CSU-Chef Markus Söder den Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union ablehnt. »Generell ist der Grundsatz richtig, länger zu arbeiten. Das ist generell richtig, um die Produktivität des Landes zu erhöhen«, sagte Söder nach einer Vorstandssitzung seiner Partei. Eine Stunde mehr pro Woche könne erfolgversprechend sein – aber dies wolle man etwa über steuerliche Anreize erreichen. »Wir wollen da eher Anreize setzen. Deswegen glauben wir, dass ein generelles Reduzieren oder Verbot von Teilzeit der falsche Weg ist.«

hen/dpa-AFX