SpOn 03.12.2025
04:08 Uhr

Airbus muss bei bis zu 628 Flugzeugen Metallverkleidungen überprüfen


Gerade erst hatte eine Softwarepanne viele Jets lahmgelegt, nun muss Airbus schon wieder nachbessern. Metallteile eines Zulieferers entsprechen wohl nicht den Standards. Hunderte Flieger werden durchgecheckt.

Airbus muss bei bis zu 628 Flugzeugen Metallverkleidungen überprüfen

Wegen eines »Qualitätsproblems« bei Bauteilen für Airbus-Flugzeuge des Typs A320 müssen weltweit möglicherweise bis zu 628 Maschinen überprüft werden. Dabei handele es sich um die Gesamtzahl der »potenziell betroffenen Flugzeuge«, erklärte Airbus am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dies bedeute jedoch nicht, dass all diese Flugzeuge tatsächlich betroffen seien.

Laut der Agentur Reuters sind 168 der zu kontrollierenden Flugzeuge bereits im Einsatz, ein großer Teil befindet sich noch in der Produktion. Die Probleme betreffen demnach den vorderen Teil der Flugzeuge, offenbar geht es dabei um die Dicke der zugelieferten Metallteile. Konkrete Angaben gibt es aber noch nicht.

Der europäische Flugzeugbauer hatte am Montag erklärt, dass die Mängel bei einer »begrenzten Anzahl« von Metallverkleidungen eines Zulieferers aufgetreten seien. Die Ursache des Problems sei »identifiziert« und eingedämmt worden, alle neu hergestellten Bauteile entsprächen den Anforderungen.

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Als Reaktion auf Medienberichte über Qualitätsprobleme, die eine Auslieferung von A320-Maschinen verzögerten, war der Kurs der Airbus-Aktie an der Pariser Börse am Montag zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent gefallen. Später erholte sich der Kurs wieder etwas.

Unabhängig davon hatten erst am Wochenende Softwareprobleme bei Airbus weltweit für eine Reihe von Flugstreichungen gesorgt. Das Unternehmen hatte alle Fluggesellschaften mit Maschinen aus der A320-Familie am Freitag aufgerufen, die betroffenen Flugzeuge bis zu einem Softwareupdate am Boden zu lassen. Insgesamt waren rund 6000 Flugzeuge betroffen.

Höhenabfall bei Flug aus Mexiko

Anlass für die Softwarenachbesserungen ist nach Angaben von Airbus ein Zwischenfall bei einem Flugzeug der A320-Familie Ende Oktober. Dabei habe sich gezeigt, dass intensive Sonneneinstrahlung Daten beschädigen könne, die für die Steuerung des Höhenruders wichtig sind. Ein JetBlue-Flug von Cancún (Mexiko) nach Newark in den USA musste nach einem Problem mit der Flugsteuerung und einem plötzlichen unkontrollierten Höhenverlust in Tampa, Florida, notlanden. Mehrere Personen wurden ins Krankenhaus gebracht.

Das Problem könne aber mit einem Softwareupdate behoben werden, hieß es. Das Rollout des Updates lief dann auch weitgehend problemlos, massive Störungen im Flugbetrieb blieben aus.

Bei einem kleineren Teil der Flugzeuge muss auch Hardware ausgetauscht werden, wodurch sie wochenlang ausfallen dürften. Dies betreffe aber weniger als die ursprünglich geschätzten rund 1000 Maschinen, hieß es am Samstag aus Branchenkreisen.

Die Flugzeug-Familie mit den Baureihen A318, A319, A320 und A321 hat erst vor wenigen Wochen den US-Wettbewerber Boeing 737 als meistverkauftes Flugzeug überholt. Sie ist besonders bei Billigfluglinien verbreitet, in China und Indien hängt der Kurzstreckenflugverkehr stark von dem Modell ab.

jok/AFP