SpOn 19.02.2026
09:30 Uhr

Airbus beschwert sich über Lieferverzögerung bei A320-Triebwerken


Nach Qualitätsproblemen im Vorjahr will Airbus 2026 mehr Jets ausliefern als je zuvor. Könnte sein, dass der Flugzeughersteller die Rechnung ohne einen wichtigen Zulieferer macht.

Airbus beschwert sich über Lieferverzögerung bei A320-Triebwerken

Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus will seine Auslieferungszahlen 2026 auf einen neuen Höchstwert steigern. Nach dem schwierigen Produktionsausbau der vergangenen Jahre plant Vorstandschef Guillaume Faury nun die Fertigstellung von rund 870 Verkehrsflugzeugen – sieben mehr als im Rekordjahr 2019. Der Produktionsausbau kommt aber weiterhin langsamer voran als geplant. Wesentliche Schuld daran hat laut Faury der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney.

Dass das Tochterunternehmen des US-Konzerns RTX nicht die bestellte Zahl von Triebwerken liefere, »wirkt sich negativ auf die Prognose für dieses Jahr und den Produktionsanstieg aus«, erklärte der Manager und sprach von einem »signifikanten Rückstand« des wichtigen Zulieferers.

So dürfte die Produktion der meistgefragten Airbus-Modellfamilie A320neo bis Ende 2027 nur auf 70 bis 75 Maschinen pro Monat klettern. Bisher hatte Faury das obere Ende der Spanne angepeilt und selbst dieses Ziel zuvor mehrfach nach hinten verschoben. Eine stabile Produktionsrate von 75 Maschinen erwartet er erst nach 2027. Auch den Zeitplan für das kleinere Modell A220 passte der Manager an.

Nicht nur Triebwerke fehlen

Zudem erwartet die Airbus-Führung im laufenden Jahr vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) nur einen Gewinnanstieg auf rund 7,5 Milliarden Euro. Branchenexperten hatten im Schnitt mehr als acht Milliarden auf dem Zettel.

Der Geschäftsbericht sorgte für Enttäuschung bei Analysten, die für 2026 im Schnitt einen Anstieg der Auslieferungen auf mehr als 900 Maschinen erwartet hatten. Auch die Anleger reagierten: Die Aktie gab auf Tradegate am Morgen im Vergleich zum Schlusskurs am Vortag um rund vier Prozent nach.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Airbus seine Auslieferungsziele wegen der Verzögerungen bei der Lieferung von Triebwerken und anderen Bauteilen mehrfach verfehlt. 2025 konnten die Triebwerkshersteller ihre Rückstände aus der ersten Jahreshälfte zwar aufholen, doch dann durchkreuzten ausbleibende Rumpfteile die Pläne des Managements: Wegen Qualitätsmängeln an bestimmten Verkleidungen musste Airbus ab November Hunderte schon fertige Jets überprüfen. Statt der ursprünglich geplanten 820 Maschinen übergab der Hersteller deshalb nur 793 an Kunden.

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Trotz der Probleme übertraf Airbus im Gesamtjahr seine Finanzziele und schnitt sogar besser ab als von Analysten im Schnitt erwartet. So wuchs der Umsatz um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro und der bereinigte operative Gewinn um ein Drittel auf etwas mehr als 7,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 5,2 Milliarden Euro – fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie steigen.

Auch die Hubschraubersparte konnte ihren Umsatz und ihren bereinigten operativen Gewinn steigern. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte schaffte es zurück in die Gewinnzone, nachdem hohe Sonderkosten für Satellitenprogramme und den Militärtransporter A400M den Geschäftsbereich im Vorjahr tief in die roten Zahlen gedrückt hatten.

mik/dpa-AFX