SpOn 26.02.2026
21:48 Uhr

Afghanistan und Pakistan liefern sich Kämpfe an der Grenze


Die Taliban verkaufen es als Reaktion auf Luftangriffe: Zwischen Afghanistan und Pakistan ist es zu heftigen Kämpfen an der gemeinsamen Grenze gekommen. Offenbar gibt es Dutzende Todesopfer.

Afghanistan und Pakistan liefern sich Kämpfe an der Grenze

Entlang der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan ist es zu Gefechten von Truppen beider Länder gekommen. »Als Reaktion ‌auf wiederholte Provokationen des pakistanischen Militärs wurden groß angelegte Offensiven gegen pakistanische Militärstellungen und -anlagen entlang der Durand-Linie eingeleitet«, schrieb der Sprecher der in Kabul herrschenden Taliban, Sabihullah Mudschahed, auf der Plattform X. Nach Angaben pakistanischer Sicherheitskreise dauerten die Gefechte in der Nacht zum ​Freitag mehr als zwei Stunden.

Beide Seiten beanspruchten, gegnerische Posten zerstört oder eingenommen zu haben. ⁠Mudschahed ⁠erklärte, in der Provinz Kunar seien etwa 40 pakistanische Soldaten getötet worden. Pakistanische Sicherheitskreise sprachen dagegen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters von 22 getöteten Taliban-Kämpfern und mehreren abgeschossenen Drohnen. Der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar schrieb auf X von lediglich zwei getöteten eigenen Soldaten, sowie drei Verletzten.

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Die Beziehungen zwischen ‌den beiden Nachbarländern sind seit Langem angespannt. Pakistan ​hat erst vor ‌wenigen Tagen nach eigenen Angaben als Vergeltung für eine Reihe von Selbstmordanschlägen Ziele von Extremisten in Afghanistan angegriffen. Die Taliban hatten Anfang der Woche mit einer »angemessenen und abgestimmten Antwort« auf die pakistanischen Luftangriffe ‌vom Wochenende gedroht.

Die Regierung in Islamabad wirft den Taliban vor, Extremisten der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu beherbergen. Die Taliban-Führung in Kabul weist dies ‌zurück. Mudschahed warnte, sollte Pakistan Kabul ​oder andere Großstädte angreifen, werde ‌Afghanistan »deren Schlüsselzentren und wichtige Städte ins Visier nehmen«. Die ‌Taliban ​strebten keine Ausweitung der Kämpfe an, würden aber zurückschlagen. Pakistan erklärte, die Sicherheitsvorkehrungen landesweit zu verstärken und ​die Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft ⁠zu versetzen.

sol/dpa/Reuters