Vor etwas mehr als einem Jahr wählte Brandenburg einen neuen Landtag. Ministerpräsident Dietmar Woidke schmiedete danach ein Bündnis mit seiner SPD und dem BSW. Die Koalition hätte in einer aktuellen Wahlumfrage allerdings keine Mehrheit mehr – stattdessen erreicht die oppositionelle AfD einen neuen Höchstwert.
Der am Mittwochabend veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg zufolge käme die Partei auf 35 Prozent, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. Die SPD würde demnach bei nur 22 Prozent landen, das BSW bei sieben Prozent. Das wären für die SPD ein Prozentpunkt und für das BSW zwei Punkte weniger als bei einer Vorgängerumfrage vom Juni. Die AfD legte hingegen um drei Punkte zu.
Keine Mehrheiten ohne AfD
CDU, Linke und Grüne schnitten mit 14, 9 und 5 Prozent unverändert ab. Mit diesen Ergebnissen würde weder das aktuelle SPD-BSW-Bündnis noch eine SPD-CDU-Regierung eine Mehrheit erreichen. Selbst für Dreierkonstellationen aus SPD, CDU und Grünen oder SPD, Linken und Grünen würde es nicht reichen.
- Regierungskrise in Brandenburg: Zweite BSW-Abtrünnige macht Parteiaustritt rückgängig
- Streit im BSW: Welche Zukunft hat Brandenburgs Regierung jetzt noch? Aus Potsdam berichtet Frauke Böger
- Ökonom über Rechtsextreme: »Die wirtschaftlichen Risiken bei einer AfD-Regierung sind offenkundig« Von Tim Bartz und Kathrin Werner
47 Prozent der Befragten sprachen sich für Neuwahlen aus. Die hohe Zustimmung kommt aber durch sehr schief verteilte Werte in der Anhängerschaft der verschiedenen Parteien zustande: So gaben 88 Prozent der AfD-Wähler an, für Neuwahlen zu sein, aber nur 15 Prozent der SPD-Wähler. Unter den CDU-Wählern lag der Zustimmungswert für Neuwahlen bei 21 Prozent, bei den BSW-Wählern bei 23 Prozent, bei den Grünenwählern bei 25 Prozent und bei den Linkenwählern bei 36 Prozent.
Ministerpräsident Woidke verlor indes deutlich an Beliebtheit. Nur 48 Prozent sind laut der Umfrage mit seiner Arbeit zufrieden. Bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr waren es noch 55 Prozent, im September 2024 noch 61 Prozent. Mit der Arbeit von Vizeministerpräsident Robert Crumbach (BSW) sind 14 Prozent zufrieden. Für die Erhebung wurden vom Mittwoch vergangener Woche bis Montag 1184 Wahlberechtigte befragt.
