Passantin:
»Natürlich diskutiert man, aber ich sag' mal, dumm bleibt dumm, man kann da wenig dran ändern. «
Luana Partimo, SPIEGEL:
»Der Nachbar wählt die AfD. Und jetzt? In der Politik ist immer wieder von der Brandmauer die Rede. Die meisten Parteien sagen: Mit der AfD arbeiten wir nicht zusammen. Aber funktioniert das auch im Kleinen? Im Sportverein oder auf Familienfesten? Wir wollen wissen: Gibt es die Brandmauern auch im echten Leben?«
Passantin:
»Nach Möglichkeit suche ich mir schon aus, dass ich mich nicht mit Menschen unterhalte, wo ich weiß, dass sie die AfD wählen.«
Passant:
»Damit löst man das Problem nicht. Wenn man ausgrenzt, löst man das Problem nicht. Man muss schon tolerant sein können.«
Passantin:
»Ich habe eine Verwandte, die oft sehr populistisch argumentiert, und das ist eine unglaubliche Anstrengung, mit ihr sich zu unterhalten. Also sagen wir mal, ich würde es jetzt nicht so herausfordern.«
Passant:
»Ich kenne jemanden persönlich, der die AfD gut findet und wählt und ist auch ein guter Freund, aber ich teile eben seine Meinung nicht. Sprechen muss man auf jeden Fall und man muss sich mit den Leuten auseinandersetzen. Es gibt ja immer Ursachen dafür, warum sie so denken und warum sie diese Meinung haben.«
Luana Partimo, SPIEGEL Crossmedia:
»Wie geht denn Ihr guter Freund damit um, dass Sie nicht die AfD wählen? Ist er genauso gesprächsbereit wie Sie?«
Passant:
»Es ist ganz, ganz schwierig, ihn von meinen Standpunkten zu überzeugen.«
Luana Partimo, SPIEGEL Crossmedia:
»Kennen Sie denn persönlich jemanden, der die AfD wählt?«
Passantin:
»Ja, leider. Sogar in der Familie.«
Luana Partimo, SPIEGEL Crossmedia:
»Wie gehen Sie damit dann um?«
Passantin:
»Ich lasse die Menschen so, wie sie sind. Was soll ich machen? Also wenn, dann kann man mit Argumenten kommen, aber wenn sie die nicht annehmen … Ich mache so was nicht. Da sind auch schon Freundschaften und Familien auseinandergegangen. Ich wünsche ja auch nicht, dass mir ständig jemand reinredet.«
Passant:
»Es kommt darauf an, wie stark die Person die Meinung vertritt und auch, welche Punkte sie von der AfD vertritt, weil es gibt Punkte, wo ich der AfD zustimmen würde vielleicht, aber halt der größte Teil, wo halt ich komplett dagegen bin. Dadurch muss man das ein bisschen differenziert betrachten.«