SpOn 27.11.2025
11:07 Uhr

AfD: Gewerkschaften warnen vor Rechtskurs der Familienunternehmer


Ver.di-Chef Frank Werneke warnt vor einer »Abdrift nach rechts« bei den Familienunternehmern – nachdem der Verband Kontakte zu der rechtsextremen Partei geknüpft hat. Einige Unternehmen ziehen Konsequenzen.

AfD: Gewerkschaften warnen vor Rechtskurs der Familienunternehmer

Nachdem sich der Verband der Familienunternehmer für Gespräche mit der AfD geöffnet hat, fordert Ver.di-Chef Frank Werneke Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände zu einer klaren Positionierung auf. Der Verband unter Präsidentin Marie-Christine Ostermann drohe »endgültig nach rechts abzudriften«, sagte Werneke den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Die Geschichte mahnt, wie wichtig eine klare Abgrenzung der Wirtschaft gegenüber Rechtsextremen ist.« Er verwies dabei auf historische Parallelen zur Unterstützung der NSDAP durch Industrielle im Jahr 1933. »Also: Wehret den Anfängen!«, sagte er.

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Auslöser der Debatte ist ein Parlamentarischer Abend des Verbands im Oktober, zu dem erstmals auch AfD-Vertreter eingeladen wurden. Ostermann sagte dem »Handelsblatt«, das »Kontaktverbot« zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden. In der Folge kündigten die Drogeriekette Rossmann und der Hausgerätehersteller Vorwerk ihre Mitgliedschaften im Verband. Auch der Berliner Unternehmer Harald Christ kehrte dem Verband den Rücken. Eine SPIEGEL-Analyse dazu finden Sie hier.

DGB fordert Bekenntnis zur Brandmauer

Auch Anja Piel aus dem Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) forderte die Mitgliedsunternehmen des Verbands auf, sich klar hinter die Brandmauer zur AfD zu stellen. Den Funke-Zeitungen sagte sie, deren Einreißen »nach rechts« gefährde die Demokratie, das internationale Ansehen und den Wirtschaftsstandort. Demnach erschwere die Abschottungspolitik der AfD die Fachkräftesicherung erheblich und bedrohe die Arbeitsfähigkeit etwa von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Unternehmerfamilien stünden zudem in einer besonderen historischen Verantwortung, sagte sie mit Blick auf Verstrickungen deutscher Unternehmen in der NS-Zeit.

Der Verband verteidigte seinen Kurs. Mit Andersdenkenden zu diskutieren, heiße nicht, deren Positionen zu akzeptieren, sagte Ostermann. Zugleich wolle man keine Regierung mit AfD-Beteiligung, denn deren Weltbild passe nicht zur freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung des Verbands.

mic/dpa-AFX