Die in weiten Teilen rechtsextreme AfD hat den Erhalt eines Vermächtnisses im Wert von 700.000 Euro gemeldet. Laut ihrem neuen Rechenschaftsbericht für das Geschäftsjahr 2024 habe ein Herr Wolfgang Karl Quader aus Ungarn den AfD-Bundesverband »als alleinigen Erben« seines Vermögens bedacht.
Über den Erblasser, dessen Anschrift die AfD in ihrem Rechenschaftsbericht lediglich mit »Heviz in Ungarn« angibt, wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht. Hévíz ist ein Kurbad, wenige Kilometer von dem nordwestlichen Ufer des Balaton entfernt.
Auch die Art der Erbschaft blieb unklar: Eine SPIEGEL-Anfrage, ob es sich etwa um Bargeld, Gold oder Immobilien handelt, ließ AfD-Bundesschatzmeister Carsten Hütter unbeantwortet. Der Erblasser wäre ein Deutscher gewesen, der »lediglich in Ungarn verstorben« sei, so Hütter zum SPIEGEL. Das Erbschaftsverfahren laufe derzeit noch, deshalb könne er keine weiteren Angaben machen.
Dem Rechenschaftsbericht zufolge sei der Wert des Vermächtnisses in einem entsprechenden Testament mit 700.000 Euro beziffert worden. Die AfD habe einen Erbschein »beim Nachlassgericht beantragt«, der bei der Erstellung des Rechenschaftsberichts allerdings noch nicht vorgelegen habe.
Das ungarische Vermächtnis ist nicht die einzige Erbschaft, die der extrem rechten Partei im Jahr 2024 zufloss. Laut Rechenschaftsbericht erhielt der AfD-Bundesverband weitere Nachlässe von einem Taxiunternehmer aus München (432.000 Euro) und einem Gönner aus dem bayerischen St. Wolfgang (571.202,14 Euro). Eine Frau aus Augsburg vermachte der Partei 1.082.569,33 Euro, die an den Landesverband Sachsen und den Kreisverband Görlitz gehen sollen.
Neben den Erbschaften verbuchte die AfD im Jahr 2024 Spenden in Höhe von rund 8 Millionen Euro. Ihr Gesamtvermögen überschritt erstmals die Grenze von 40 Millionen Euro, die Zahl ihrer Mitglieder gab sie zum Stichtag 31. Dezember 2024 mit 51.319 an.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde um ein aktuelles Zitat des AfD-Bundesschatzmeisters ergänzt.
