SpOn 22.01.2026
11:49 Uhr

Aachen: Pfleger könnte mehr als 100 Menschen getötet haben - neue Verdachtsfälle


Ein ehemaliger Krankenpfleger ist im November 2025 bereits wegen zehnfachen Mordes verurteilt worden. Womöglich hat er jedoch deutlich mehr Menschen getötet. Die Staatsanwaltschaft Aachen geht davon aus.

Aachen: Pfleger könnte mehr als 100 Menschen getötet haben - neue Verdachtsfälle

Ein bereits wegen zehnfachen Mordes in Aachen verurteilter Ex-Pfleger könnte für mehr als 100 weitere Todesfälle verantwortlich sein. Es gebe eine entsprechend hohe Zahl an weiteren »Verdachtsfällen«, teilte die Aachener Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts mit.

Der ehemalige Pfleger war bereits im November 2025 vom Aachener Landgericht wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er Patienten auf einer Palliativstation in Würselen bei Aachen tödliche Injektionen verabreicht – weil er sich von ihnen gestört gefühlt hatte.

Der Pfleger sei der Meinung gewesen, er habe »einen guten Job gemacht«, wenn er Patienten »ein friedliches Einschlafen ermöglicht« habe, sagte Richter Markus Vogt in seiner Urteilsbegründung. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Freilassung nach 15 Jahren in der Regel ausgeschlossen.

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Die Taten, um die es im Prozess gegangen war, hatten sich in einem Zeitraum von Dezember 2023 bis zum Mai 2024 ereignet. Bei den neuen Verdachtsfällen geht es nun um mögliche Tötungsdelikte in der Zeit davor. Der Mann hatte bereits seit 2020 an der Klinik gearbeitet.

»Die Verdachtsfälle in dem laufenden Verfahren liegen derzeit deutlich über 100«, sagte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts. Sie betonte zugleich, dass es sich um einen Anfangsverdacht handle. »Der kann natürlich auch noch wegfallen«, sagte sie. Es habe bereits 27 Exhumierungen im Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen gegeben. Etwa 30 stünden noch aus.

wit/dpa