Beim Automobilklub ADAC ist Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zurückgetreten. Das berichtet die »Bild«-Zeitung unter Berufung auf interne Quellen. Hintergrund sei eine Kündigungswelle: 60.000 Mitglieder hätten in den vergangenen vier Wochen ihre Mitgliedschaft beendet. Der 60-jährige Hillebrand habe demnach die Verantwortung für die Austritte und den entstandenen Imageschaden übernommen. Den Verantwortungsbereich von Hillebrand übernimmt dem Bericht zufolge kommissarisch der 62-jährige ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze.
Auslöser der Kritik seien Hillebrands Aussagen zu höheren Kraftstoffpreisen. Er hatte sich in einem Interview mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung« Ende 2025 für die CO₂-Bepreisung als Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele ausgesprochen und erklärt, es benötige Anreize, damit Autofahrer von Diesel und Benzin auf klimafreundlichere Alternativen wie das E-Auto umsteigen. Zudem warnte er demnach davor, Klimaschutzziele in Europa zu lockern.
Laut »Bild«-Zeitung erklärte eine ADAC-Sprecherin: Die Zahl der Kündigungen zeige, dass viele Mitglieder den Eindruck gehabt hätten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. Das werde sehr ernst genommen. »Der Eindruck, der durch das Interview entstanden ist, passt nicht zu den klaren Positionen des ADAC«, sagte die Sprecherin. »Ob Benziner, Diesel oder E-Auto: Wir machen uns gegen jede weitere Belastung ohne sozialen Ausgleich stark. Unser Auftrag lautet: bezahlbare Mobilität für alle.«
Ganz so verheerend wie intern empfunden, fiel das Echo auf das Interview allerdings nicht aus. Trotz der Austritte registrierte der Verkehrsklub allein im Januar 100.000 neue Mitglieder, berichtet »Bild«.
