Nach dem Skandal um die Absetzung seiner US-Late-Night-Show hat der Sender ABC den Vertrag mit Jimmy Kimmel um ein Jahr verlängert. Damit bleibt er mindestens bis Mai 2027 mit seiner Show »Jimmy Kimmel Live!« auf Sendung.
Kimmels Zukunft stand im September dieses Jahres auf der Kippe: Disneys Sender ABC hatte seine Show auf staatlichen Druck hin kurzfristig abgesetzt. Grund waren angeblich Kommentare zur Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk.
Der Moderator hatte in seiner Sendung kurz nach dem Attentat auf Charlie Kirk der Familie sein Beileid ausgedrückt. Danach thematisierte er den tödlichen Schuss auf Kirk: »Wir hatten am Wochenende einige neue Tiefpunkte, als die MAGA-Gang verzweifelt versucht hat«, den Mann, der Charlie Kirk ermordet habe, »als alles andere als einen von ihnen darzustellen und alles Mögliche getan hat, um daraus politisches Kapital zu schlagen«, sagte er. (Im Original sagte Kimmel wörtlich: »The MAGA Gang (is) desperately trying to characterize this kid who murdered Charlie Kirk as anything other than one of them and doing everything they can to score political points from it.«) MAGA ist die Abkürzung für die Make-America-Great-Again-Bewegung von Trump.
Protest regte sich bei Gewerkschaften, Promis und in der Politik. Viele sehen die Freiheit der Medien in Gefahr. ABC machte seine Entscheidung kurze Zeit später rückgängig. Kimmel kehrte mit einem emotionalen Monolog und starken Quoten auf seine Talkshow-Bühne zurück.
Trotz der Verlängerung steht das Late-Night-Fernsehen in den USA auf wackligen Beinen. Im Juli hatte der Sender CBS mitgeteilt, die beliebte Late-Night-Sendung »Late Show« des für seine Kritik an Trump bekannten Satirikers Stephen Colbert im kommenden Jahr einzustellen. Während die Entscheidung für enttäuschte Reaktionen sorgte, erklärte CBS, die Einstellung der »Late Show« sei »eine rein finanzielle Entscheidung«. Zuletzt gewann Colbert einen Emmy für seine Sendung – und nutzte den Fernsehpreis für einen Seitenhieb gegen Trump.
