Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) weltweit 128 Journalisten und Medienschaffende getötet worden, davon mehr als die Hälfte im Nahen Osten.
Im Vorjahr waren es 122 gewesen, in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt jährlich 91 Tote. Der Anstieg gegenüber 2024 bedeute für Journalistinnen und Journalisten »Alarmstufe Rot«, sagte IFJ-Generalsekretär Anthony Bellanger.
Der Journalistenverband zeigte sich besonders besorgt über die Situation im Gazastreifen, wo nach Angaben des Verbands im vergangenen Jahr 56 Medienvertreter ums Leben kamen. »Wir haben so etwas nie zuvor gesehen: So viele Tote in so kurzer Zeit in so einem kleinen Gebiet«, sagte Bellanger.
Auch in der Ukraine, dem Jemen, dem Sudan, in Indien, Peru und anderswo wurden Journalisten getötet. Bellanger beklagte, dass diejenigen, die hinter den Angriffen steckten, meist ungestraft davonkämen.
Weltweit befinden sich nach Angaben der IFJ darüber hinaus derzeit 533 Medienvertreter im Gefängnis. Die Zahl hat sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. In China sind 143 Journalisten und damit die meisten Journalisten weltweit hinter Gittern.
Die von der IFJ angegebene Zahl getöteter Journalisten liegt meist über der Zahl der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF). Grund dafür sind unterschiedliche Zählweisen.
So konzentriert sich RSF zum Beispiel auf professionelle Journalisten, Redakteure und fest angestellte Reporter. Die IFJ zählt auch Übersetzer und sogenannte Fixer mit – Kollegen und Kolleginnen, die mit Kontakten und Zugängen vor Ort aushelfen.
Laut RSF wurden im vergangenen Jahr 67 Journalisten während der Arbeit getötet. Die Unesco bezifferte die Zahl der getöteten Medienschaffenden auf 93.
