SpOn 16.05.2026
13:07 Uhr

(+) Wie Sie als Vater endlich mit Ihren Kindern ins Gespräch kommen


Manche Väter zeigen Liebe, indem sie den Reifendruck prüfen oder ein »Daumen hoch« verschicken – nicht, indem sie reden. Für Töchter und Söhne ist dieses klassische Papa-Verhalten oft unbefriedigend. Wie lässt sich das ändern?

(+) Wie Sie als Vater endlich mit Ihren Kindern ins Gespräch kommen
In diesem Extra Familie finden Sie außerdem:

Herzlich willkommen im neuen SPIEGEL Extra Familie! Für Väter, Mütter, Kinder ‒ und für alle anderen Menschen, mit denen wir unser Leben gestalten. Denn Familie ist das, was uns begleitet, ein Leben lang. Familie ist die Frage danach, was uns prägt und was davon wir weitergeben wollen. Wie erziehe ich mein Kind zu einem guten Menschen? Wie räume ich das eigene Elternhaus aus?  Was, wenn sich meine Mutter mit 60 neu verliebt? Lohnt sich Heiraten – oder ist die WG mit meiner besten Freundin nicht mehr wert? Wir geben Antworten. Und wünschen viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Lesen.


Freitagnachmittag, ein Regionalbahnhof in Deutschland. Auf dem Parkplatz steht, ans Auto gelehnt, ein Mann Mitte 50. Die ganze Woche hat er sich auf diesen Moment gefreut. Endlich seinen Sohn, seine Tochter wiedersehen! Der Zug fährt ein. Sie schließen einander in die Arme, steigen in den Wagen. Der ältere Mann startet den Motor, fährt los und stellt seine große Frage: »Na, wie war die Fahrt?« Es wird die einzige Frage des Wochenendes bleiben.

Solche Szenen dürften viele erwachsene Kinder kennen. Denn mit Vätern kommt man oft nur schwer ins Gespräch. Viele Väter haben gelernt, Fürsorge eher praktisch auszudrücken. Nach Gedanken, Gefühlen oder Sorgen zu fragen, liegt ihnen fern. Das kann sich wie Distanz oder Desinteresse anfühlen, auch wenn es nicht so gemeint ist. Und Väter und Kinder entfremden.

Natürlich können auch Mütter wortkarg sein. Aber es sind besonders oft die Männer, die gelernt haben: Liebe zeigt man, indem man den Reifendruck prüft. Oder ein »Daumen hoch« bei WhatsApp verschickt.

Dabei braucht es gar keine schweren Themen und keine Therapiesprache, um ins Gespräch zu kommen. Manchmal reicht schon eine offene, interessierte Frage – am besten eine, bei der es nicht um Fortbewegungsmittel geht.

Wir haben deshalb gesammelt: 20 Fragen, über die wir gern mit unseren Vätern ins Gespräch kommen würden – zusammengestellt von der Redaktion von SPIEGEL Start, die selbst mittendrin steckt in dieser Lebensphase zwischen Schulabschluss, erstem Job und dem Erwachsenwerden. Geordnet von unverfänglich bis tiefschürfend. Geeignet für alle Väter ‒ und vielleicht auch für alle anderen Menschen mit erwachsenen Kindern.

Erster Gang/Aufwärmen:

  • Was liest/schaust/hörst du gerade gern? (Bücher, Podcasts, Filme, Serien) Was magst du daran?

  • Gibt es eine Stadt oder ein Land, die oder das du gerade interessant findest – und warum?

  • Gibt es ein Hobby, einen Sport, das oder den du gern ausprobieren würdest? Was interessiert dich daran?

  • Was war zuletzt dein bestes Essen – selbst gekocht oder irgendwo draußen?

  • Was macht dir in deinem Studium/bei deiner Arbeit gerade Spaß?

Zweiter Gang/Ins Schwimmen kommen:

  • Wer sind zurzeit die wichtigsten Menschen in deinem Leben? Was sollte ich über die wissen?

  • Bist du zufrieden mit deiner Wohnsituation? Wie würdest du mittelfristig am liebsten wohnen?

  • Was tut dir gerade zuverlässig gut – auch wenn es nur etwas Kleines ist?

  • Worüber hast du dich zuletzt aufgeregt?

  • Gibt es etwas, das du dir schon lange vornimmst, aber immer wieder aufschiebst?

Dritter Gang/Tiefgang:

  • Worauf warst du in letzter Zeit stolz?

  • Fühlst du dich manchmal einsam? Was hilft dir dann?

  • Gibt es gerade etwas in deinem Leben, bei dem du dir mehr Unterstützung wünschen würdest?

  • Welche Entscheidung steht bei dir gerade an, bei der du unsicher bist?

  • Falls vorhanden: Wie geht es dir in deiner Liebesbeziehung?

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