SpOn 15.05.2026
18:18 Uhr

(+) Sudetendeutsche: Streit um Sudetentreffen in Tschechien mit Markus Söder


Erstmals wollen die Sudetendeutschen ihr Jahresfest auf der tschechischen Seite austragen. Das sorgt für Widerstand in Prag – auch die AfD spielt dabei eine Rolle. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Konflikt.

(+) Sudetendeutsche: Streit um Sudetentreffen in Tschechien mit Markus Söder

Erstmals will die Sudetendeutsche Landsmannschaft ihren »Sudetendeutschen Tag« Ende Mai nicht in Deutschland, sondern in Tschechien ausrichten – in Brünn. Das ist symbolisch aufgeladen, weil der Verband für Flucht und Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei nach 1945 steht. In Tschechien löst der Ort der Veranstaltung Proteste aus, vorrangig im rechten Spektrum. Auch auf deutscher Seite versuchen Rechtsaußen-Akteure, das Thema für ihre Agenda zu nutzen.

Was sind die Sudetendeutschen?

Mit »Sudetendeutsche« sind die rund drei Millionen deutschsprachigen Menschen gemeint, die bis zum Zweiten Weltkrieg in den böhmischen Ländern lebten – also in Gebieten der damaligen Tschechoslowakei. Nach dem Ende des Krieges wurden große Teile dieser Bevölkerung vertrieben oder flohen. Der damalige Präsident der Tschechoslowakei, Edvard Beneš, sorgte mit einer Reihe von Dekreten zugleich dafür, dass diese Menschen enteignet wurden. Für viele Familien, auch für die Nachfahren der Vertriebenen, ist das bis heute ein prägender Teil der eigenen Biografie – und zugleich ein politisch empfindliches Kapitel der europäischen Geschichte.

Was hat es mit dem »Sudetendeutschen Tag« auf sich?

Der »Sudetendeutsche Tag« ist das jährliche Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Für Teilnehmende ist es ein Ort des Gedenkens, der Begegnung und der Traditionspflege – oft verbunden mit Reden prominenter Politikerinnen und Politiker.

Politisch ist das Treffen seit jeher, weil es um Deutungen von Geschichte geht: um das Leid durch Flucht und Vertreibung, aber auch um die Frage, wie stark die Vorgeschichte – NS-Besatzung, deutsche Kriegsverbrechen und das Münchner Abkommen von 1938 – im öffentlichen Erinnern mitgedacht wird. Diese Balance entscheidet darüber, ob das Treffen als Versöhnungsformat wirkt oder als Rückfall in alte Feindbilder.

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus Nur für Neukunden
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
Jederzeit kündigen
SPIEGEL plus 52 Wochen 25 % sparen
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Jetzt Artikel freischalten:

Sie haben bereits ein Digital-Abo?

SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar
SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit ¤ ein Jahr zum Preis von zurzeit ¤. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.