Wir nennen unsere Chefs Narzissten, fragen nach verdrängten Wünschen und wollen wissen, wie unser inneres Kind heilen kann. Bei all diesen Themen und Fragen kommt man an einem kaum vorbei: Sigmund Freud. Der Begründer der Psychoanalyse hätte im Mai 2026 seinen 170. Geburtstag gefeiert.
Der jüdische Arzt aus Wien hat Begriffe wie das "Unbewusste" geprägt - und damit unser modernes Selbstverständnis erschaffen. Von seiner Praxis in der Wiener Berggasse aus veränderte Freud die Welt. Er wurde gefeiert wie ein Popstar der Wissenschaft, und er wurde bekämpft wie ein Scharlatan. Aber wer war dieser Mann wirklich?
Inside Austria: Der Fall Freud
Foto:[M] Future Image / IMAGO
In unserer Serie »Der Fall Freud« begeben wir uns auf die Spuren jenes Mannes, der uns bis heute im Kopf herumspukt – wie kaum ein anderer Österreicher. Wir erzählen seine Geschichte. Aber wir stellen auch die Frage: Kann uns Freud heute, in einer komplexen Welt, helfen, zumindest uns selbst besser zu verstehen?
Die Serie besteht aus fünf Episoden. Sie erscheinen ab dem 2. Mai 2026 samstags bei »Inside Austria«. SPIEGEL-Plus-Abonnenten können die Folgen jeweils eine Woche früher hören.
Sitzung 1: Kindheit
Kinderhort um 1920
Foto: teutopress / IMAGOWelchen Einfluss hat unsere Kindheit darauf, wie wir später durchs Leben gehen? Beeinflussen Erfahrungen im Elternhaus die Dinge, die uns als Erwachsene Angst machen? Viele von Freuds berühmten Theorien befassen sich mit der Kindheit: Ödipuskomplex, anale oder orale Phase. In dieser Folge wollen wir verstehen, wie Freud diese Theorien entwickelte, welche Kindheitserfahrungen ihn dabei selbst prägten. Und wie er auf dem Weg zur Entwicklung der Psychoalayse auf die Hypnose stößt. Dazu legen wir uns selbst bei einem Wiener Psychotherapeuten auf die Couch – und lassen uns hypnotisieren.
Sitzung 2: Hysterie
Frau im 19. Jahrhunderts
Foto: Hulton Archive / Getty Images»Sei nicht so hysterisch« - den Ausdruck kennen wahrscheinlich viele Menschen, vor allem Frauen. Hysterisch hat sich in unserem heutigen Sprachgebrauch als abwertende Bezeichnung durchgesetzt. Zu Zeiten von Sigmund Freud war die Hysterie aber ein echtes Krankheitsbild. Eine mysteriöse Krankheit, die damals scheinbar sehr viele Frauen befällt. Freud will seinen hysterischen Patientinnen helfen und stößt durch die Arbeit mit ihnen auf die Methoden der freien Assoziation und der Traumdeutung.
