Kinder sind das Größte, denken zumindest ihre Eltern. Die Natur hat das clever gelöst. Andernfalls stünde es schlecht um den Nachwuchs. Prominente Menschen sind hier doppelt im Vorteil. Aufgrund ihrer Bekanntheit sind sie vermutlich – anders als wir Normalsterblichen – erst mal grundüberzeugt von der Großartigkeit ihres Genpools und dem ihres Nachwuchses. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich Popstar Rihanna kürzlich eine »Zeichnung« ihrer Kinder tätowieren ließ: ein Knäuel Striche, das nur in den Augen einer Mutter mehr sein kann als Gekritzel.
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Andererseits lassen sich die Menschen allen möglichen Schrott tätowieren. Heutzutage brauchen sie dafür noch nicht mal mehr genug Geld, damit es ihnen egal sein kann, wie anderen ihr Körperschmuck gefällt. Schaden kann es aber natürlich nicht. Fragen Sie mal all die Möchtegernrapper mit Gesichtstattoos, die bald auf Jobsuche gehen müssen, wenn das Leben nicht vollkommen unfair ist.
Von beiden Aspekten könnte Rihanna ein Lied singen. Laut Zählung der »Vogue« zieren um die 25 Bildchen ihre Haut. Außerdem hat sie mehr als 250 Millionen Platten verkauft und mit Kosmetik und Unterwäsche weitere Millionen verdient. Ihr kann es im Prinzip egal sein, was ihr Stammtätowierer Keith »Bang Bang« McCurdy ihr in die Dermis sticht. Vom Hai auf ihrem Knöchel über eine Pistole auf dem Rippenbogen bis hin zu einem Streifen Sternchen im Nacken sind im Laufe ihrer Karriere alle Klischees von Gangsterbraut bis Vorstadtmama hinzugekommen.
Die Kinderzeichnung fällt in diesem Bildkanon besonders auf. Kleine Kinder – und damit auch Rihannas drei, RZA (4), Riot (2) und Rocki Irish (8 Monate) – malen ihre Bilder ganz aus dem inneren Erleben heraus, ohne dies benennen oder gar erklären zu können. Meist hagelt es zuerst Punkte auf das Blatt, bevor sich mit der fortschreitenden Feinmotorik Knäuel und Kreuze entwickeln. Später entstehen Spiralen, die ja von der Symbolik besser geeignet wären als Bildnis für die Ewigkeit. So lange wollte Rihanna offensichtlich nicht warten.
