Der Marburger Germanist und Hochschulprofessor Nathanael Busch wusste, welche Ferkeleien sich zwischen den Deckeln mittelalterlicher Bücher verbergen können. Er kannte Geschichten über Penisse, die sprechen können, wusste um Passagen, in denen es um Analverkehr geht, und war wiederholt mit heftigsten Zoten konfrontiert worden, die man bei höfischen Veranstaltungen vortrug. Was er im Sommer 2019 entdeckte, überraschte ihn dennoch.
Düstere Geheimnisse
Guido KleinhubbertPreisabfragezeitpunkt
27.11.2025 06.58 Uhr
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Den ersten Hinweis darauf erhielt er während eines Treffens der Arbeitsgemeinschaft »Handschriftencensus«, deren Ziel es ist, deutschsprachige Dokumente aus dem Mittelalter in einer Onlinedatenbank zu erfassen. Das Team kam in jenem Hochsommer in der österreichischen Benediktinerabtei Melk zusammen, etwa 80 Kilometer westlich von Wien gelegen. Während der Veranstaltung wurde Busch von einer Kollegin ein gedrucktes lateinisches Buch aus dem 15. Jahrhundert mit geistlichen Texten überreicht, das ihr in Melk aufgefallen war.
