Vor zehn Jahren waren sie 15 und 16, heute tragen sie denselben Nachnamen. Leonie und David erzählen, wie aus einem frühen Anfang eine feste Liebe wurde – durch erste Male, schwierige Zeiten und viele bewusste Entscheidungen füreinander.
»Mein Lieblingsort ist bei Leonie«, sagt David. Leonie schüttelt den Kopf, ein Lächeln im Gesicht. »Lüge. Sein Lieblingsort ist der PC.« Sie lehnt sich ein Stück näher zu ihm. »Aber ich sitze eigentlich immer daneben.«
Es sind solche Dialoge, an denen sich ihre Beziehung erzählen lässt. Seit mehr als zehn Jahren teilen sie ihren Alltag, oft ganz unspektakulär: viel Zeit miteinander, ohne dass es sich je wie eine Verpflichtung angefühlt habe, sagt Leonie. Gemeinsame Interessen, Routinen, die sich eingeschlichen haben und geblieben sind. Sie wollen zusammen sein, auch dann, wenn jede und jeder etwas Eigenes tut. »Zusammen allein sein«, nennen sie das.
Sie sitzen dicht nebeneinander auf dem Sofa ihrer Wohnung. Während sie sprechen, streifen sich ihre Hände immer wieder wie nebenbei. Gegenüber hängt ein Fernseher, groß genug, um aus dem Wohnzimmer ein Kino zu machen. Abends, nachdem sie gemeinsam gekocht haben, laufen dort Serien und Lieblingsfilme.
Neben dem Fernseher steht ein Plattenspieler, in den Regalen stapeln sich Schallplatten. Leonie erzählt von Nachmittagen in kleinen Läden, vom Stöbern in Kisten. Dann nimmt sie eine Platte heraus, fährt mit dem Finger über das Cover. »Zu der haben wir auf unserer Hochzeit getanzt«, sagt sie. Es ist der Soundtrack zu »Rapunzel – Neu verföhnt«.
Im Februar dieses Jahres machten sie ihren zehnten Jahrestag zu ihrem Hochzeitstag. Die Partnerringe, mit denen sie sich schon mit 16 und 17 Jahren ein Versprechen gegeben hatten, tauschten sie gegen Eheringe.
