SpOn 19.05.2026
22:43 Uhr

(+) Grönland und Donald Trump: Diese drei Ideen schrecken Grönland auf


Viele Grönländer hofften, der Irankrieg würde Trump ablenken. Nun ist sein Sondergesandter auf der Insel gelandet – offiziell für nette Gespräche. Doch im Hintergrund gibt es neue US-Forderungen. Und die sind beängstigend.

(+) Grönland und Donald Trump: Diese drei Ideen schrecken Grönland auf

Er sei nur in Grönland, um »zuzuhören und zu lernen«. Seit Sonntag weilt der US-Sondergesandte Jeff Landry auf der Insel. Doch wie bei anderen Spitzenpolitikern, die sagen, sie wollten nur zuhören und lernen, darf man auch bei Landry davon ausgehen, dass er mehr vorhat.

Denn die Vereinigten Staaten wollen ihre Präsenz auf Grönland drastisch ausbauen – das ist spätestens seit Januar klar, als US-Präsident Donald Trump drohte, die Insel notfalls mit Gewalt zu annektieren. Der Irankrieg mag den Präsidenten zeitweise abgelenkt haben. Sein Interesse an der zum Königreich Dänemark gehörenden Insel ist aber offenbar nicht geschwunden. Im Gegenteil.

Laut einem Bericht der »New York Times«  ist die grönländische Führung besorgt über die Forderungen der Amerikaner in vertraulichen Gesprächen. Seit vier Monaten führen Unterhändler aus den USA, Grönland und Dänemark in Washington Verhandlungen über die Zukunft Grönlands. Die Treffen sollten die Krise entschärfen. Doch was die USA verlangen, beunruhigt die Grönländer.

  • Washington will demnach ein bestehendes Verteidigungsabkommen deutlich erweitern: So soll das US-Militär auch im Fall einer Unabhängigkeit Grönlands auf unbestimmte Zeit dort stationiert sein dürfte. Eine solche »Ewigkeitsklausel« lehnen die Grönländer ab.

  • Zudem geht es den Amerikanern offenbar nicht nur um rein militärische Angelegenheiten: Sie streben ein faktisches Vetorecht bei allen größeren Investitionsabkommen in Grönland an, um Konkurrenten wie Russland und China auszuschalten. Die Grönländer und Dänen sind strikt dagegen.

  • Pläne für eine militärische Expansion treibt das Pentagon indes zügig voran. Die BBC hatte berichtet , Trump wolle drei weitere Militärstützpunkte auf Grönland schaffen. Mit der ‌Pituffik Space Base im Nordwesten haben die USA bereits einen ​Stützpunkt auf der ‌Insel. Zwei der potenziellen neuen Standorte sind Medienberichten zufolge Narsarsuaq und Kangerlussuaq, wo sich bereits ehemalige US-Stützpunkte ‌mit Landebahnen und Hafenanlagen befinden. ​Ein US-Gesandter inspizierte kürzlich den Flughafen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Narsarsuaq, den Hafen sowie weitere Orte, an denen amerikanische Truppen untergebracht werden könnten.

Die amerikanischen Forderungen sind nach Ansicht von Regierungsvertretern so weitreichend, dass sie einer massiven Beeinträchtigung der grönländischen Souveränität gleichkämen, berichtet die »New York Times«.

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus Nur für Neukunden
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
Jederzeit kündigen
SPIEGEL plus 52 Wochen 25 % sparen
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Jetzt Artikel freischalten:

Sie haben bereits ein Digital-Abo?

SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar
SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit ¤ ein Jahr zum Preis von zurzeit ¤. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.