SpOn 19.05.2026
19:47 Uhr

(+) Friedrich Merz in der SPD-Fraktion: Nur an einer Stelle widerspricht der Kanzler


Nach Wochen des Dauerkrachs versucht es Friedrich Merz mit einer Charmeoffensive bei den SPD-Abgeordneten. Kann der Kanzler die frustrierten Genossen noch einmal für sich gewinnen?

(+) Friedrich Merz in der SPD-Fraktion: Nur an einer Stelle widerspricht der Kanzler

Bei seinen Schals bevorzugt Friedrich Merz gedeckte Töne: dunkelblau, braun, anthrazit. Einzig beim Stadionbesuch lässt der Bundeskanzler auch mal grellere Farben an seinen Hals – als früherer BVB-Aufsichtsrat am liebsten Schwarz-Gelb.

Seit diesem Dienstag nennt Merz nun auch einen Schal im leuchtenden rot-weißen Farbschema der SPD sein Eigen. »Zusammen ist unsere Stärke«, steht darauf. Der sozialdemokratische Fraktionschef Matthias Miersch hat sich dieses Motto überlegt; es soll die Überschrift der SPD-Politik in diesem Jahr sein. Miersch ist es auch, der dem Kanzler die Strickware am Dienstagnachmittag überreicht – am Ende einer gut 50-minütigen internen Aussprache zwischen Merz und den SPD-Abgeordneten.

Der Termin hatte bereits zum einjährigen Bestehen der Koalition vor zwei Wochen stattfinden sollen, war aber wegen der Neuwahl der Fraktionsführung von CDU und CSU verschoben worden (mehr dazu hier ). Zu besprechen haben Sozialdemokraten und Regierungschef genug: In den vergangenen Wochen hat sich auf beiden Seiten viel Frust aufgestaut. Merz hatte der SPD vorgeworfen, bei notwendigen Reformen auf der Bremse zu stehen; Äußerungen des Kanzlers zum Rentensystem führten bei den Genossinnen und Genossen zu Empörung (mehr dazu hier).

Merz’ Besuch in der Fraktionssitzung dient deshalb vor allem dazu, die Wogen zu glätten. Nichts kann die Koalition in dieser Lage weniger brauchen als einen neuen Eklat. Entsprechend ist der Kanzler vorbereitet, entsprechend sind die Abgeordneten instruiert. Solange Merz nicht von seinem Redetext abweiche, sei alles gut, witzelt ein Parlamentarier vorher.

Witze und Sticheleien im Wechsel

Bevor es hinter verschlossenen Türen losgeht, stellen sich der Kanzler und der SPD-Fraktionschef der Presse. Witze werden gemacht. Es sei ja selten, dass jemand links von ihm stehe, sagt der Parteilinke Miersch und zwinkert dem Kanzler über die entsprechende Schulter zu. Er stehe nicht nur links, er komme auch von dort, flachst Merz. Beide lachen. Dann wird es ernster.

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus Nur für Neukunden
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
Jederzeit kündigen
SPIEGEL plus 52 Wochen 25 % sparen
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Jetzt Artikel freischalten:

Sie haben bereits ein Digital-Abo?

SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar
SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit ¤ ein Jahr zum Preis von zurzeit ¤. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.