Man muss es fast bedauern, dass sich der Ultraläufer Arda Saatçi für sein 600-Kilometer-Projekt durch das Death Valley nach Los Angeles ausgerechnet das vergangene Wochenende ausgesucht hat.
Saatçi, 28, deutscher Extremsportler, der in den sozialen Netzwerken Millionen junge Menschen erreicht, kämpfte sich in knapp fünf Tagen durch die Hitze, durch die Nächte, durch die Qualen seines Körpers: etwas mehr als 600 Kilometer, rund 6000 Höhenmeter. Er wollte die Strecke in 96 Stunden bewältigen, als der Plan scheiterte, weinte Saatçi, und lief weiter. Am Ende wurden es 123 Stunden und 21 Minuten.
Influencer Arda Saatçi: Mit Qualen und einer Luxus-Infrastruktur durch das Death Valley
Foto: Cameron Moon / Red Bull
Ultraläufer Arda Saatçi: »Das hat so gar nichts mit dem zu tun, was ich unter Ausdauersport verstehe«
Foto: Cameron Moon / Red Bull Content / REUTERSEs ist auch ohne erreichte Zielmarke eine beeindruckende Leistung, permanent gefilmt von einem großen Team, ständig begleitet von seinem Sponsor Red Bull, in Los Angeles zeitweise sogar mit Polizeieskorte. Einerseits hat er es allein geschafft, andererseits profitierte er von einem Infrastruktur-Luxus, den es bei klassischen Ultramarathons nicht gibt. Diese Extremdistanzen haben auch die grauenvolle Begleiterscheinung, dass regelmäßig Menschen zu Tode kommen, weil sie etwa ein Unwetter unterschätzen und kein Begleitfahrzeug zum Schutz bei sich haben.
Die Blitzlichter auf Saatçi hatten allerdings auch etwas Gutes: Es entstanden Bilder, die um die Welt gingen, millionenfach geklickt in den sozialen Netzwerken. Ein Riesenerfolg – für den Athleten, für die Sponsoren, vielleicht auch für den Sport, der so neue Menschen für sich gewonnen hat.
Während Saatçi sich noch quälte, Kilometer um Kilometer, war Rachel Entrekin längst im Ziel.
