Der Weg zum Testgelände für die neue Waffe führt durch die niedersächsische Provinz, vorbei an Bauernhöfen und Pferdekoppeln. Marius Lammers steuert seinen Pick-up zügig durch die Idylle. Dann biegt er auf einen Feldweg ein und hält vor einem mit Stacheldraht bewehrten Stahltor. Der Ort soll auf seine Bitte geheim bleiben, Lammers fürchtet Spionage. Auch Schaulustige möchte er vermeiden.
Hinter der Barriere geht es über eine abgenutzte Straße durch den Wald bis zu einer Lichtung. In den Kiefern ringsum zwitschern Vögel, am Boden brummt ein Dieselgenerator. Er liefert Strom für die etwa zwei Meter hohe graue Apparatur, die am Rand des Areals auf einem Anhänger steht: die Anti-Drohnen-Waffe. Das Auffälligste an ihr ist eine bläulich schimmernde, tellergroße Linse aus Glas. Durch sie treten Laserstrahlen aus, wenn es ernst wird.
Lammers ist Chef des Hannoveraner Start-ups Inleap Photonics. Der 33-Jährige trägt eine dunkle Sportjacke, Jeans und Wanderschuhe. Er möchte mit seinem Team vorführen, wie sich unbemannte Flugobjekte abschießen lassen.
