Amerikanische Regierungen verklappen ihre schlechten Nachrichten gern am Freitagnachmittag, wohl in der Hoffnung, dass sich Bürger und Hauptstadtjournalisten schon im Wochenendmodus befinden. Es dürfte also kein Zufall gewesen sein, dass US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard ihren Rücktritt ausgerechnet am Freitagnachmittag, noch dazu vor dem langen »Memorial Day«-Wochenende ankündigte. Viele Amerikaner dürften zu diesem Zeitpunkt zumindest in Gedanken schon am Strand oder im Stau gewesen sein.
In einem Brief an US-Präsident Donald Trump begründete sie ihre Entscheidung mit einer Krebserkrankung ihres Mannes. »Ich muss mich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um an seiner Seite sein zu können und ihn in diesem Kampf voll und ganz zu unterstützen«, schrieb Gabbard. Gegen 13.30 Uhr Ortszeit veröffentlichte sie den Brief auf ihren Social-Media-Kanälen. Nur sechs Minuten später erschien auf dem Account von Donald Trump eine Antwort: »Leider« verlasse Gabbard die Regierung, sie habe hervorragende Arbeit geleistet, man werde sie vermissen. Der Präsident saß zu diesem Zeitpunkt im Auto auf dem Weg zum Flughafen.
Mit der 45-Jährigen verlässt Ende Juni eine der bekanntesten Vertreterinnen der reinen »Make America Great Again«-Lehre die Trump-Regierung. Und sie ist nicht die Erste. Wofür steht Gabbard? Und was hat ihr Rücktritt zu bedeuten?
