Politiker von CDU und SPD drängen die Bundesregierung, den öffentlichen Streit einzustellen. In einer ungewöhnlichen Allianz appellieren der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels CDA, Dennis Radtke, und der Sprecher des konservativen »Seeheimer Kreises« in der SPD, Esra Limbacher, an die Spitzen der Koalition. »Bekommt endlich den Hintern hoch, reißt euch zusammen, und konzentriert euch darauf, was wirklich wichtig ist: Wie erreichen wir Wachstum? Und wie schaffen wir das, ohne den sozialen Frieden im Land zu gefährden?«, sagt Radtke.
Der Sozialdemokrat Limbacher hingegen zitiert Altkanzler Helmut Kohl: »Entscheidend ist, was hinten rauskommt.« Alle führenden Leute in der Regierung müssten sich jetzt »zusammenreißen, den öffentlichen Streit beenden und ins Machen kommen«. Das Land brauche große Veränderungen, Union und SPD seien gemeinsam in der Pflicht.
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Seit Ostern hat sich der Streit in der Koalition verschärft. Minister werfen einander vor, falsch auf die Energiepreiskrise und die schwächelnde Wirtschaftsentwicklung zu reagieren. »Im Moment bestimmen die Lautesten und Schrillsten in unseren Parteien die öffentliche Wahrnehmung der Koalition«, sagt Limbacher. »Manch einer versucht, die politische Mitte zu sabotieren. Dagegen müssen sich die Vernünftigen bei uns und in der Union wehren und lauter werden.«
