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22.12.2025
12:30 Uhr
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Nach seinem umstrittenen Auftritt bei der Tesla-Weihnachtsfeier in Grünheide steht der „King of Rap“ in der Kritik. Nun hat sich Kool Savas selbst geäußert.

Der Rapper Kool Savas auf dem Heroes Festival: Die gute Stimmung blieb bei seinem Konzert im Tesla-Werk in Grünheide aus. (Foto: Markus Koeller/IMAGO/HMB-Media)
„Du hast es geschafft, Eko, die Leute reden wieder von dir.“ Mit dieser Zeile beginnt der Rapper Kool Savas sein Lied „Das Urteil“ aus dem Jahr 2005, das er seinem Rivalen Eko Fresh gewidmet hat. Der Song ist ein Stück Deutschrap-Geschichte und ein wesentlicher Grund dafür, dass viele Kool Savas bis heute „King of Rap“ nennen.
20 Jahre später hat Kool Savas das auch geschafft: Die Leute reden wieder über ihn – allerdings nicht wegen seiner Musik. Alle reden über Kool Savas, weil er bei der Weihnachtsfeier im Tesla-Werk in Grünheide ein 30-minütiges Konzert gespielt hat, bei dem auch Stimmung gegen die Gewerkschaft IG Metall gemacht wurde. Was ist da los beim „King of Rap“?
Das Handelsblatt beschreibt die Szenerie so: Der Rapper sei im Tesla-Cybertruck auf die Bühne gerollt. Sein Lied „AMG“, das Savas eigentlich für einen Mercedes geschrieben hatte, habe Savas für den Auftritt umgedichtet. Nun rappte darüber, wie er im Tesla fährt. Zwischendurch habe er versucht, die Menge zum Klatschen zu bewegen, mit „Elon, Elon“-Rufen. Nur ist dem Publikum offenbar nicht nach Feiern zumute. „Ihr seid aber auch zäh, Alter. Ihr seid richtig zäh“, wundert sich Kool Savas darüber, dass die Menge ihm nicht zujubelt. „Tesla, was ist los mit euch? Habt ihr einen Stock im Arsch oder was?“
Vielleicht liegt die schlechte Stimmung bei Tesla daran, dass einige in der Belegschaft nicht gut auf ihren Arbeitgeber zu sprechen sind. Denn dieser äußerte sich wiederholt kritisch über die IG Metall, was von Gewerkschaftsseite als Versuch gewertet wird, ihren Einfluss im Betriebsrat zu begrenzen. 2026 wird der bei Tesla neu gewählt.
Nach dem Auftritt des Rappers trat nun auch Werksleiter André Thierig selbst auf die Bühne. Er hielt eine Rede, in der er gegen die IG Metall austeilte. Unter anderem verkündete er eine Lohnsteigerung von vier Prozent und beteuerte: „Wenn wir mit der IG Metall verhandelt hätten, gäbe es zwei Prozent.“
Dass Kool Savas bei der Tesla-Weihnachtsfeier auftrat, bescherte ihm viel Kritik in den sozialen Medien. Vergangenen Freitag hat er sich deshalb selbst via Instagram zu Wort gemeldet. In einer Story schreibt er, er wolle sich nicht vereinnahmen lassen. „Ich stehe an der Seite der Arbeiter. Ich stehe an der Seite der Gewerkschaften“, so Rapper. Dass im Rahmen der Veranstaltung auch gegen Gewerkschaften ausgeteilt wurde, habe er nicht gewusst.
Bislang war Kool Savas eher für eine linke Einstellung bekannt. Das Thema „Klassenkampf“ begleite ihn nach eigener Aussage seit dem Kinderzimmer. Sein Vater saß als linker Aktivist über fünf Jahre in der Türkei im Gefängnis. Auch er selbst fiel in der Vergangenheit eher durch Aussagen aus dem linken Spektrum auf, er twitterte etwa einmal, dass er „Die Linke“ wählen könnte.
Umso irritierter zeigen sich viele Fans über den Tesla-Auftritt des Rappers. Auf Reddit schreibt ein User: „Die Haltung von Tesla gegenüber Arbeitern und Gewerkschaften sollte Savas bekannt sein.“ Unter den Instagram-Posts des Rappers schreiben viele Fans, sie wollen ihre Tickets für die kommende Tour zurückgeben. Diese findet im Frühjahr 2026 statt. Dort wird Kool Savas wohl wieder über Mercedes und nicht über Tesla rappen.
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