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13.12.2025
22:22 Uhr
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Neuschwanstein aus Tausenden Klötzchen, selbst gefertigte Ski aus Farchant, ein Holzstopsl für die Halbe: Wer Bayerisches verschenken will, findet für fast jeden Geschmack und Geldbeutel Regionales. Eine Auswahl.

Stopsl haben in Bayern einen gewissen Stellenwert. Nicht umsonst gibt es vor allem in Altbayern und Schwaben sogenannte Stopslclubs, in denen nicht nur Geselligkeit und Tradition gepflegt werden, sondern jedes Mitglied auch stets einen Flaschenverschluss, also Stopsl, bei sich tragen muss, um einer Strafzahlung zugunsten der Vereinskasse zu entgehen. Aber auch für alle, die einfach nur ihre Limo-, Bier- oder sonstige Flasche wiederverschließen und vor unliebsamen Mittrinkern wie Fliegen oder Wespen schützen wollen, sind solche Stopsl recht praktisch.
In der Holzvariante mit bayerischen Motiven und Sprüchen sind die Flaschenverschlüsse auch ganz hübsch anzuschauen. Und es ist für jede Gemüts- und Lebenslage was dabei. Neben personalisierten Versionen gibt es die Stopsl mit Motiven wie Edelweiß oder Dirndl, aber auch mit Schriftzügen wie „Papa“, „Mei Ruah mech i“, „Leberkas-Junkie“ und – in diesen unruhigen Zeiten besonders wichtig – „Love, Peace & A Hoibe Bier“.
Suevit heißt das Gestein, das vor knapp 15 Millionen Jahren beim Einschlag eines Asteroiden im Nördlinger Ries entstanden ist: abgeleitet vom lateinischen Suevia für Schwaben. Der Schwabenstein wurde erstmals rund um Nördlingen beschrieben, solche sogenannten Impaktgesteine finden sich jedoch weltweit in Gebieten, wo Asteroiden auf die Erde gestürzt sind. In den Siebzigern hat die Nasa ihre Astronauten extra bei Nördlingen trainieren lassen, weil auf dem Mond ähnliches Gestein vorkommt. Suevit enthält laut Bayerischem Landesamt für Umwelt zermahlene kristalline Gesteinskomponenten und eingelagerte Schmelzfetzen sowie winzig kleine Diamanten und ist aus Staub, Asche und geschmolzenem Gestein entstanden. Suevit gibt es als Souvenir zu kaufen, je nach Größe schon für ein paar wenige Euro, in Form von Kugeln, als Schmuck – oder einfach als Bruchstücke.
Man könnte sich stundenlang an dieser Kuchenvitrine sattsehen. Leider ist die Kuchenbar auf der Regensburger Insel Stadtamhof so klein, dass eine intensive Begutachtung der zwei Dutzend Torten den Betrieb lahmlegen würde. Also vertraut man am besten seinem Bauchgefühl und greift einfach zu, viel falsch machen kann man bei den hausgemachten Leckereien vom schweren Mississippi Mud Pie bis zur feinen Pistazien-Tarte eh nicht.
Für einen Freund oder ein enges Familienmitglied ist eine Einladung in dieses unprätentiöse Café in einer der schönsten Städte Deutschlands ein empfehlenswertes Geschenk. Einen Gutschein erhält man direkt im Café oder per E-Mail. Auch eine längere Anreise ist lohnenswert, wenn man den Anlass für einen gemeinsamen Städtetrip nutzt. Von der Kuchenbar aus sind es nur ein paar Schritte bis zur berühmten Steinernen Brücke, über die man schließlich in die Regensburger Altstadt gelangt. Und die sollte man unbedingt mal gesehen haben.
Man ist anfangs vielleicht unschlüssig, was man hineinlegen soll. Aber dass man das kleine Täschchen aus Antonettys Lederwerkstatt braucht, weiß man, sobald man es das erste Mal in den Händen hält. Das weiche Leder schmeichelt den Händen. Die bunten Farben – zum Beispiel außen gelb und innen ein frech glitzerndes orange – machen gute Laune. Und der dicke Reißverschluss schnurrt auch nach fünf Jahren noch zuverlässig auf und zu. Das Täschchen wird als Kulturbeutel angeboten. Man verwahrt am Ende glücklich Stifte und Kopfhörer darin und trägt es als täglichen Begleiter in der Handtasche herum. Hauptsache, man kann es immer mal hervorholen und über das Leder streichen, das über die Jahre nur schöner wird.
Die unverwüstliche Qualität zeichnet alle Handtaschen, Gürtel, Portemonnaies und Lederjacken aus, die Inhaberin Caroline Antonetty mit ihrem kleinen Team gegen alle Marktwahrscheinlichkeiten seit nunmehr 33 Jahren in Handarbeit in ihrer Werkstatt in der Klenzestraße mitten in München fertigt. Ihr Markenzeichen sind die frechen Farben und das hochwertige Leder, das zu einem guten Teil aus Bayern und Baden-Württemberg stammt. Der Kunde darf sich auf Wunsch Leder, Reißverschluss und die Farbe des Nähgarns auch selbst zusammenstellen. Ein Laden wie aus dem Bilderbuch, der schon beim Kauf ein Erlebnis ist, mit dem man sich selbst beschenkt.
Davor konnte man aus den bunten Klötzchen unter anderem schon den Eiffelturm, den Trevi-Brunnen oder das Brandenburger Tor erwachsen lassen. Seit diesem Sommer gibt es nun aber auch das Schloss Neuschwanstein als Lego-Bausatz – ein königlich-bayerischer Traum mit 3455 Teilen. Da ist an trüben Tagen in den Weihnachtsferien die ganze Familie gut beschäftigt. Wunderbar einzäunen lässt sich die Baustelle übrigens mit einer Schale Plätzchen und ein paar Tassen Fruchtpunsch. Es lohnt sich allerdings, die Preise bei den einzelnen Händlern zu checken, die Spannbreite ist da doch recht groß. Lego selbst bietet das Set in seinem Shop für 269,99 Euro an. Wem dieser Griff ins Portemonnaie etwas zu üppig-royal ausfällt, der findet mittlerweile aber auch schon deutliche günstigere Gebrauchtangebote bei Kleinanzeigen.
Raubtierkapitalismus in seiner unterhaltsamsten Form: Das ist das Gesellschaftsspiel Monopoly für viele Menschen. Ein bisschen Glück beim Würfeln und bei den gezogenen Karten, ein bisschen Strategie – und schon treibt man seine Mitspieler in den Ruin. Oder vielleicht auch nicht. 1935 haben die Parker Brothers die moderne Monopoly-Version auf den Markt gebracht, als Erfinderin gilt aber eine gewisse Lizzie Magie und das „Landlord’s Game“, das schon deutlich früher gespielt wurde. Millionen Exemplare wurden weltweit verkauft, immer wieder gibt es neue Versionen mit bestimmten Themen oder Orten. Bayerisch: die Oberpfalz-, Allgäu- oder die Niederbayern-Edition, Ausgaben für Städte wie Augsburg, München, Würzburg oder Nürnberg. Dort wird zum Beispiel auf dem Spielbrett eine Lebkuchensteuer erhoben, man findet Adressen wie die Kaiserburg oder das Heilig-Geist-Spital.
Skier mit Blümchen und breiter Schaufel zum Cruisen im Tiefschnee, ein Snowboard in hellblau mit der Münchner Skyline oder Tourenski in schickem Nussbaum-Furnier – nicht nur an die Funktionalität, sondern auch an das Aussehen hat der geneigte Wintersportler so einige Ansprüche. Warum also das Gerät von der Stange kaufen, wenn man es auch selber herstellen kann? Bei Axel Forelle etwa in Farchant. Zwischen September und Mai finden in seiner Firma Build2Ride jedes Wochenende Workshops statt, an deren Ende die Kunden mit eigenen Skiern oder Boards nach Hause fahren.
Der Prozess ist aufwendig: Die Schablonen werden ausgeschnitten, Holz und Glasfaser geschichtet, die Kanten gebogen, die Bretter werden geharzt und über Nacht gebacken, damit sich die Hightech-Materialien verbinden. Am Sonntag gibt es den Feinschliff in mehreren Durchgängen und die Bindungen werden montiert. Und dann setzen sich einige sehr stolze Menschen in ihre Autos und fahren mit neuen Skiern heim. Oder bleiben gleich noch ein paar Tage in Garmisch, um die Bretter zu probieren.
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