SZ 25.06.2026
05:42 Uhr

Viele Tote befürchtet: Zwei Erdbeben erschüttern Venezuela - Notstand ausgerufen


Die kurz aufeinander folgenden Erdbeben zählen zu den stärksten des laufenden Jahres. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen – eine US-Behörde rechnet mit Zehntausenden Toten.

Viele Tote befürchtet: Zwei Erdbeben erschüttern Venezuela - Notstand ausgerufen
Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer. Javier Campos/AP/dpa

Wegen zwei starker Erdbeben mit massiven Schäden hat die Regierung in Venezuela den Notstand ausgerufen. Das kündigte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez in einer Ansprache an. Sie sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“.

In Caracas sowie in mehreren Bundesstaaten im Norden des südamerikanischen Landes kam es zu Schäden, wie die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez sagte. „Es gibt Bundesstaaten, die besonders betroffen sind“, sagte Rodríguez, darunter La Guaira. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. Genauere Angaben zum Ausmaß der Schäden oder zu Opferzahlen machte sie zunächst nicht. Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, sagte Rodríguez. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas habe wegen Schäden den Betrieb eingestellt.

Innerhalb von nur 39 Sekunden hatten zwei sehr starke Erdbeben Venezuela erschüttert. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Erschütterungen mit 7,2 und 7,5 an. Die Behörde rechnet mit massiven Zerstörungen und schätzt die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10 000 bis 100 000. Demnach zählten die Erdbeben zu den weltweit stärksten des laufenden Jahres. Das zweite und stärkere Beben ereignete sich demnach in einer Tiefe von nur 10 Kilometern, weswegen mit großen Schäden und auch Opfern zu rechnen war. Einsatzkräfte suchten nach möglicherweise verschütteten Menschen. In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und Schäden unter anderem am Flughafen von Caracas.

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„Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun“, sagte Innenminister Diosdado Cabello im Fernsehen. Einige Gebäude seien eingestürzt. Er rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben. Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.