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02.12.2025
12:39 Uhr
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Eine Sprach-Jury hat einen berühmten Ausspruch von Japans Premierministerin Sanae Takaichi zum „Slogan des Jahres 2025“ gewählt. Es ist fünfmal das Wort „arbeiten“. Reichen nicht dreimal?

Dreimal erschien Jesus direkt nach der Auferstehung und ehrlich gesagt: Dreimal, das reicht eigentlich auch. Wer’s dann noch nicht kapiert hat, dem ist echt nicht zu helfen. Man sagt ja auch nur dreimal „Toi“, wenn man jemandem Glück wünscht oder dreimal „Pfui“, wenn der Hund mal wieder Mist macht. Und, und, und … Sie wissen schon.
Aber der neuen japanischen Premierministerin, der hat dreimal eben nicht gereicht. Gerade wurde ein berühmter Satz von ihr von einer japanischen Jury zum Slogan des Jahres 2025 gewählt: „Arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten und arbeiten.“ Als Frau Sanae Takaichi das sagte, wollte sie ganz, ganz, ganz sichergehen, dass ihre Parteifreunde sie auch verstehen. Mehr anstrengen, Leute! Wegen Ankurbelung des Wirtschaftswachstums und so. Gemeinsam schaffen wir das. Frau Takaichi, das hat sie auch einmal gesagt, schläft angeblich nur zwei, drei Stunden pro Nacht.
Ist so eine fünfmalige Wiederholung nicht völlig übertrieben? Reicht es nicht, Dinge höchstens dreimal zu sagen? Und welches Arbeiten ist hier überhaupt gemeint? Es gibt ja Leute, die ständig arbeiten. Man weiß nur nicht genau, was. Andere arbeiten sehr, sehr hart, können sich aber kaum ihr Leben leisten. Und dann gibt es noch die, die arbeiten mal so, mal so. Gerade wie sie so Lust haben. Und was verdienen sie? Millionen, Millionen, Millionen, Millionen, Millionen. Also da – Junge, Junge, Junge – sollte man schon aufpassen, dass es die Gesellschaft nicht irgendwann zerreißt.
Auch in Österreich darf es künftig „Gusti’s Würstelstand“ oder „Bärbel’s Treff“ heißen. Pingeligen Worthütern stellen sich da freilich die Nackenhaare auf. Hilft aber nichts, Deppen sind längst Alltag.
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