Der Saal 237 des Hamburger Landgerichts ist ein sehr analoger Ort. Holzbänke, eine Plexiglaswand, die Angeklagte und Zuschauer trennt. Wer nicht zur Presse gehört, muss Handy und Laptop abgeben. Seit Januar läuft hier der Prozess gegen den Kopf einer sadistischen Online-Community, der unter dem Pseudonym „White Tiger“ Minderjährige gequält haben soll. Im selben Saal startet bald das Verfahren gegen die „Letzte Verteidigungswelle“. Junge Neonazis, die sich auf Tiktok vernetzt und sich via Telegram zu Anschlägen auf Flüchtlingsheime verabredet haben sollen. Ein Angeklagter war bei der Verhaftung 15 Jahre alt.
