SZ 14.02.2026
12:52 Uhr

Sicherheitskonferenz: München wird zur Festung


5000 Polizisten in der Stadt und Scharfschützen auf den Dächern: München wird für die Sicherheitskonferenz abgeriegelt. Die größte Demonstration findet auf der Theresienwiese statt.

Sicherheitskonferenz: München wird zur Festung

Neben dem Schutz der Tagungsteilnehmer dürfte das Demonstrationsgeschehen rund um die Sicherheitskonferenz die wohl größte Herausforderung für die Münchner Polizei in diesem Jahr sein. 19 Kundgebungen sind allein für Samstag und Sonntag beim Kreisverwaltungsreferat offiziell angemeldet gewesen, ein Dutzend davon im Kontext der Konferenz. Dazu gehört auch eine Solidaritätsdemo für die Menschen in Iran, zu der die Organisatoren am Samstag 100 000 Teilnehmer auf der Theresienwiese erwarten.

Zunächst mussten sich die Beamten dort aber gar nicht so sehr um die Menschenmenge kümmern, sondern um den Himmel darüber: Offenbar hielten sich einige Teilnehmer nicht an das Drohnenflugverbot über der Innenstadt. Die Münchner Polizei wies deshalb eindringlich darauf hin, die Flugbeschränkung über der Theresienwiese zu beachten.

Grundsätzlich hat die Münchner Polizei zwar Erfahrung mit Versammlungen von großen Menschenmengen, „aber ich würde nicht sagen, dass es Business as usual ist“, sagte ihr leitender Pressesprecher Thomas Schelshorn: „Die Siko wird von Jahr zu Jahr größer.“ Entsprechend größer werden auch die Aufgaben, welche die hiesige Polizei mit größtmöglicher Gelassenheit bewältigen will. „Aufgrund der weltpolitischen Lage gehen wir von einer erhöhten abstrakten Gefahr aus“, sagte Schelshorn: „Das bedeutet aber auch, dass es keine konkreten Hinweise auf Gefährdungen gibt.“

In diesem Jahr sind rund 60 Staats- und Regierungschefs zu der dreitägigen Zusammenkunft angekündigt. Am Freitag tröpfelten die Gäste nach und nach in den Tagungshotels Bayerischer Hof und Rosewood im Stadtzentrum ein, je nach Wichtigkeit in einer mehr oder weniger großen Autokolonne von dunklen Limousinen, mit mehr oder weniger Polizeibegleitung und mit mehr oder weniger Blaulichtern auf dem Dach.

Angesichts der Politikerdichte ist die nähere Umgebung der Hotels zum Sicherheitsbereich erklärt und abgeriegelt worden, mit Gittern und mobilen Pollern. Weil aber nicht alle Gäste in den beiden zentralen Hotels unterzubringen sind, kommen auch viele zu Fuß von Hotels außerhalb der Sperrzone.

Die Münchner Polizei muss sich derweil nicht nur um die Siko kümmern und etwa den mit dem Auto chauffierten Gästen den Weg durch die Straßen bahnen, sondern auch das Alltagsgeschäft leisten. Weil für alles zusammen bis zu 5000 Beamte gebraucht werden, hat sich die Münchner Polizei erstmals Verstärkung aus Nachbarländern geholt.

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