SZ 29.06.2026
17:20 Uhr

Serbien: Vučićs strategischer Rückzug


Der serbische Präsident kündigt an, vorzeitig zurückzutreten und Neuwahlen zu ermöglichen. Offenbar bereitet er sich auf ein neues Amt vor. Die Opposition muss zügig einen Gegenkandidaten finden.

Serbien: Vučićs strategischer Rückzug

Die Hoffnungen in Aleksandar Vučić waren groß, als er 2014 seine erste Amtszeit als Ministerpräsident Serbiens antrat: Damals kündigte er an, sein Land der EU anzunähern, die Korruption zu bekämpfen und belastbare Beziehungen zu Kosovo aufzubauen. 15 Jahre zuvor war er noch „Informationsminister“ des Kriegstreibers Slobodan Milošević gewesen und hatte die serbische Öffentlichkeit mit Propaganda gegen die Nato sowie die albanische Bevölkerung in Kosovo versorgt. „Ich war im Unrecht“, sagte er später reumütig und signalisierte in Richtung Brüssel und Berlin, dass man sich dort wieder auf einen „verlässlichen Partner“ im Westbalkan stützen könnte.

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