SZ 01.01.2026
10:48 Uhr

Schweiz: Dutzende Tote nach Brand in Schweizer Skiort Crans-Montana


Mehr als 100 weitere Menschen wurden der Polizei zufolge bei dem Vorfall verletzt. Das Gebiet um den Ferienort ist gesperrt.

Schweiz: Dutzende Tote nach Brand in Schweizer Skiort Crans-Montana

Bei einem Brand in einer Bar in der Schweiz hat es in der Silvesternacht Dutzende Tote gegeben. Rund 100 Menschen seien zum Großteil schwer verletzt worden, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, auf einer Pressekonferenz.  Aus Respekt vor den Angehörigen macht die Polizei derzeit keine genauere Angabe zur Zahl der Opfer. Spekulationen, wonach rund 40 Menschen gestorben sein könnten, wollten die Behörden nicht kommentieren. Unter den Verletzten seien auch viele Ausländer.

Der Vorfall hatte sich gegen 1.30 Uhr in dem Lokal „Le Constellation“ im Zentrum des Ferienortes Crans-Montana in dem Kanton im Süden der Schweiz ereignet. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus. Der Einsatz dauerte nach Polizeiangaben am Vormittag noch an.

In einer ersten Version dieses Textes war von einer Explosion die Rede, die Behörden bestätigen das nicht und sprechen von einem Brand.

Die genaue Ursache für den Brand ist bisher noch unbekannt. Polizei, Feuerwehr und mehrere Helikopter waren nach dem Vorfall vor Ort.

Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.

Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, dass Verletzte auch in das Züricher Universitätsklinikum ausgeflogen würden. Dort befindet sich laut dem Bericht eines der zwei Zentren für Brandverletzte in der Schweiz – das andere ist in Lausanne. Marcel Schlatter, der Sprecher der Uniklinik, bestätigt gegenüber dem Tagesanzeiger, dass derzeit mehrere Schwerverletzte aus Crans-Montana im Uniklinikum behandelt würden. Demnach rechnet das Krankenhaus damit, weitere Verletzte aufnehmen zu müssen. „Wir sind im Moment alles am hochfahren“, sagte Schlatter laut Tagesanzeiger. Genaue Angaben zur Anzahl der Verletzten und zur Art der Verletzungen machte er nicht.

Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten. Der Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.

Die Schweizer Behörden bekommen Unterstützung vom Zivilschutz des Aostatals - eine italienische Region an der Grenze zur Schweiz: Ein Hubschrauber mit Spezialisten der Bergwacht und medizinischem Personal wurde von den Schweizern erbeten und ist dort seit 6 Uhr im Einsatz, wie die italienische Bergwacht mitteilte.

Der Polizei zufolge ist das Gebiet um den Ferienort vollständig gesperrt. Zudem wurde ein Überflugverbot über Crans-Montana verhängt. Der Schweizer Tagesanzeiger zitiert einen Arzt, demzufolge die Krankenhäuser in der Westschweiz mit Brandopfern überlastet sind. Sie fordern die Bevölkerung auf, Solidarität zu zeigen und riskante Aktivitäten am 1. Januar zu vermeiden, damit es nicht zu weiteren Notfällen kommt.

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Der Ort auf etwa 1500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10 000 Einwohner kommen etwa 2 600 Hotelbetten und hunderte Ferienwohnungen. Bei etwa einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.

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